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Kampf gegen gefährliche Kräuter

Kampf gegen gefährliche Kräuter

Polizei, Staatsanwaltschaft und Medizin schlagen Alarm: Kräutermischungen, die über das Internet in Pulverform, Tabletten oder Kapseln bezogen werden, sind die neuen Einstiegsdrogen (der TV berichtete). Eine Aufklärungskampagne in den regionalen Schulen soll vor den Gefahren warnen.

Anfang des kommenden Jahres startet eine Aufklärungskampagne in den Schulen der Region. "Ich habe den Eindruck, dass die Problematik noch nicht richtig angekommen ist", sagt Polizeihauptkommissar Elmar Esseln, Leiter des Trierer Zentrums "Polizeiliche Prävention" bei einem Infoabend für Eltern.
Die größte Gefahr geht für Oberstaatsanwalt Jörn Patzak, seit kurzem Leiter der JVA Wittlich, von der Verharmlosung von Kräutermischungen, auch Legal Highs genannt, aus. Ohnehin führe die Justiz beim Kampf gegen diese Rauschmittel ein stumpfes Schwert. Da die Hersteller ständig Rezepturen und Inhaltsstoffe veränderten, könne das Betäubungsmittelgesetz nicht angewendet werden. Nachdem nun auch noch der Europäische Gerichtshof entschieden habe, dass Legal Highs nicht unter das Arzneimittelgesetz fallen, sei der Kampf noch schwerer geworden. Patzaks Wunsch: "Hier hilft nur ein klares Verbot."
Und was steckt in den Legal Highs? Siegfried Zörntlein, Chemiker beim Landeskriminalamt (LKA), zeigt auf, dass die Inhaltsstoffe in höchster Qualität aus Fernost kommen. Im europäischen Ausland würden diese dann in unhygienischen Umgebungen mit Betonmischern zu Rauschmitteln verarbeitet.
Seit Beginn des Schuljahres seien über 14 Jugendliche mit Vergiftungen nach dem Genuss von "Kräuterzigaretten" eingeliefert worden, sagt Dr. Wolfgang Thomas vom Trierer Klinikum Mutterhaus. "Die Symptome reichen von Bewusstseinsstörungen über Halluzinationen bis hin zur Bewusstlosigkeit. Hinzu kommen Übelkeit, Erbrechen, Herzrasen und Muskelzittern." Ein herkömmlicher Drogentest helfe nicht bei der Diagnose. Der Mediziner stellt fest, über Legal Highs erfolge der Einstieg in Drogen mit hohem Suchtpotenzial. Sein Credo: "Aufklärung in den Schulen." flo