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Strom gibt es meist auch günstiger

Strom gibt es meist auch günstiger

Wer beim Strom noch in der Grundversorgung ist, zahlt meist den Hauptpreis. Doch auch bei anderen Tarifen lohnt ein Blick in die Vergleichsportale. Der TV erklärt, worauf man dabei achten sollte.

Trier. Und dann steht man da mit der Stromrechnung. Rund 80 Euro pro Monat für zwei Leute. Geht das nicht auch günstiger?
Ein Blick ins Internet genügt, um zu wissen: Das geht ganz sicher günstiger. Schließlich kann jeder Verbraucher seinen Stromlieferanten frei wählen - ist dabei weder an einen Ort, noch an die Wohnung gebunden, sondern lediglich an den Vertrag, den er mit seinem Energieversorger abgeschlossen hat und an die darin festgehaltenen Kündigungsfristen. Ein Grundversorgungsvertrag ist ohnehin jederzeit (ohne Angabe von Gründen) innerhalb von zwei Wochen kündbar.
"Der Wechsel des Anbieters ist in der Regel einfach: Ist ein neuer Versorger gefunden, müssen Sie nur mit diesem einen Vertrag abschließen. Alles Weitere erledigt er für Sie", sagt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.
Schwierig macht die Sache - auch das zeigt der Blick ins Internet - die Qual der Wahl. Wer in Trier lebt, kann laut Vergleichsportal Verivox zwischen 417 verschiedenen Tarifen wählen, in Morbach sind es 449 und in Bitburg sogar 450 verschiedene Tarife. Viele davon sind deutlich günstiger, als die Grundversorgung der regionalen Anbieter RWE und SWT.
Die Verbraucherzentrale rät allerdings dazu, die Preise in verschiedenen Tarifrechnern wie Verivox, Check 24, Toptarif oder Mut-zum-Wechseln vor einer Entscheidung eingehend zu vergleichen. Die Portale arbeiten auf Grundlage von Vermittlungsprovisionen und sind daher nicht unabhängig. Beim Angebot, das ganz oben auftaucht, handelt es sich womöglich um eine Anzeige. Dennoch sagt Hans Weinreuter, Energieexperte der Verbraucherzentrale: "In den meisten Fällen sind die Zahlen belastbar." Allerdings müsse man auf die Details achten - und das heißt im Fall dieser Portale: Man muss darauf achten, wo man ein Häkchen setzt. So rät Weinreuter dazu, das "Bonus-Häkchen" rauszunehmen. Denn viele Anbieter verfolgten die Strategie, durch die einmalige Zahlung eines Bonus im Preis-Ranking ganz oben zu landen. Im zweiten Jahr werde es dann teuer. Vorsicht ist auch geboten, wenn Vorkasse oder Kautionen verlangt werden. Paketpreise seien nur dann sinnvoll, wenn man seinen Verbrauch genau kennt. Und Preisgarantien sind laut Verbraucherzentrale nur bedingt hilfreich, da sie eine Weitergabe staatlicher Abgaben und Umlagen erlauben - und daher vor den häufigsten Gründen für eine Strompreiserhöhung nicht schützen.
So geben zum nahenden Jahreswechsel trotz sinkender Einkaufspreise an der Börse viele Unternehmen die Mehrkosten an ihre Kunden weiter. "Bei Preiserhöhungen steht Verbrauchern immer ein Sonderkündigungsrecht zu", erklärt Fabian Fehrenbach, Fachberater für Energierecht bei der Verbraucherzentrale. Sechs Wochen vor der Preiserhöhung müsse der Versorger seine Kunden informieren. Bis zu dem Zeitpunkt, in dem die Preisänderung eintritt, kann man dem Experten zufolge vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Die Verbraucherschützer raten: Bevor man über einen der Vergleichsrechner einen Vertrag abschließt, sollte man abgleichen, ob die Angaben mit jenen des Energieversorgers übereinstimmen. Auch ein Telefonat könne hilfreich sein, um offene Fragen zu klären oder herauszufinden, wie es um Kundenfreundlichkeit und Kompetenz bestellt ist.
Wer sich für einen überregionalen Anbieter entscheidet, muss natürlich auf einen Ansprechpartner vor Ort (siehe Extra) verzichten.
Die Verbraucherzentrale Trier bietet für fünf Euro eine persönliche Beratung zum Anbieterwechsel an, Telefon 0651/48802.
Extra

"Strompreisvergleiche hinken immer, weil in der Regel Grundversorgungs-Tarife mit anderen Produkten verglichen werden", sagt RWE-Sprecherin Mechthild Lorenz. Laut SWT sind diese Basistarife auch deswegen teurer, weil die Grundversorger aufgrund der Anschlusspflicht (anders als die Konkurrenz) niemanden "im Dunkeln sitzen lassen dürfen". Nicht bezahlte Rechnungen summieren sich für die SWT jährlich zu einem sechsstelligen Betrag. Beide regionalen Versorger betonen, dass sie auch Tarife anbieten, die günstiger sind. Und sie verweisen auf die Vorteile, die sie im Vergleich zu den "Discountern" bieten: Sicherheit, Stabilität, Beratung vor Ort, Kundenzentren, "Rundum-Service". "Die Discounter übernehmen auch keine soziale Verantwortung", sagt SWT-Vertriebsleiter Thomas Speckter. Bei RWE zahlt man für die Grundversorgung 28,55 Cent/kWh plus 99,96 Euro Grundpreis/Jahr. Bei SWT kostet sie 27,29 Cent/kWh plus 121,38 Euro Grundpreis/Jahr. Billiganbieter werben mit Preisen von rund 20 Cent/kWh ohne Grundpreis. Mos