Gerangel bei den Grünen

Den rheinland-pfälzischen Grünen stehen am Samstag beim Landesparteitag in Lahnstein Kampfkandidaturen um Spitzenämter bevor. Zwei Bewerber wollen die Landesvorsitzenden Katharina Binz und Thomas Petry ablösen.

Mainz. Die Grünen streben eine Fortsetzung der Koalition mit der SPD nach der Landtagswahl 2016 an. Das ist an sich nichts Neues, wird aber im Vorfeld der Landesdelegiertenkonferenz von den aktuellen Landesvorsitzenden, Katharina Binz aus Mainz und Thomas Petry aus Birkenfeld, noch einmal betont. Spannend ist die Aussage insofern, als zumindest ein Bewerber um das höchste Amt der Partei die Meinung vertritt, die Grünen müssten sich mehr von der SPD distanzieren und die Koalitionsfrage vor der Wahl offenlassen.
Der Kandidat, der Thomas Petry beerben möchte, heißt Bernd Schumacher, kommt aus dem Kreisverband Südwestpfalz und geht für die interne Kritikerbewegung "Mehr Mut zu mehr Grün" um Karl-Wilhelm Koch aus der Vulkaneifel ins Rennen. Wie viel Rückhalt die Kritiker in der Ökopartei genießen, wird sich am Samstag zeigen.
Binz schätzt Chancen als gut ein


Eine Gegenkandidatin gibt es auch für Katharina Binz. Sie heißt Natascha Lentes und kommt aus dem Kreisverband Mayen-Koblenz. Binz beantwortet die Frage, wie sie ihre Chancen sehe, lächelnd mit einem Wort: "gut."
Konkurrenzlos bewirbt sich Britta Steck, Kreisverband Bernkastel-Wittlich, um das Amt der Schatzmeisterin. Für die Beisitzerposten gehen hingegen ebenfalls mehrere Anwärter ins Rennen: Sven Dücker, Kreisverband Trier, möchte den Posten behalten, den ihm aber Raik Dreher (Ludwigshafen) und Sebastian Hebler (Mainz) streitig machen. Corinna Kastl-Breitner (Neustadt) stellt sich zur Wiederwahl.
Zur Sache gehen wird es bei den Grünen in Personalfragen auf jeden Fall auch am 20./21. Juni in Bingen. Dann wird die Landesliste für die Wahl erstellt - und um die wenigen aussichtsreichen Plätze wird heftig gerungen.
Zwei Leitfragen für Diskussion


Inhaltlich diskutieren die Grünen bei der Konferenz, bei der die Bundesvorsitzende Simone Peter eine von drei politischen Reden halten wird, vorwiegend zwei Dinge: Der Leitantrag "Gutes Leben für alle" beschäftigt sich mit konkreten Lebensbeschreibungen der Menschen im Land, enthält Forderungen und Wünsche, etwa nach einer gesunden Ernährung. Die Grünen verstehen den Antrag durchaus als Botschaft, dass sie keine Verbotspartei sind, wie ihnen öfter vorgehalten wird.
Ein Dringlichkeitsantrag behandelt das Thema Schiersteiner Brücke. Die Grünen wollen anhand der derzeit gesperrten Verkehrsachse zwischen Mainz und Wiesbaden das Prinzip "Erhalt vor Neubau" bei Brücken und Straßen unterstreichen. "Wir sagen deutlich, dass sich die Verkehrspolitik ehrlich machen muss", betont Katharina Binz.