Hilfe auch auf dem "flachen Land"

Hilfe auch auf dem "flachen Land"

TRIER. Hospizbewegung in der Region Trier: Das ist beileibe nicht nur der Hospizverein in der Stadt. In den Kreisen und Gemeinden arbeiten viele ehrenamtliche Mitarbeiter für die Initiativen vor Ort.

Gerolstein und Hillesheim, Wittlich und Bernkastel-Kues, Hermeskeil und Bitburg: Überall haben sich in den letzten Jahren Hospiz-Gruppen gegründet. Sie kümmern sich um die Ausbildung von Hospizhelfern, arbeiten als Ansprechpartner für die Menschen vor Ort, vermitteln praktische Hilfe und versuchen, den Hospiz-Gedanken in der Öffentlichkeit zu verbreiten. Oft sind es örtliche Caritas-Gruppen, von denen die Initiative ausgeht. Fast überall sind es Frauen, die die Arbeit tragen. In der Regel sind es zwischen zehn und 20 aktive Mitarbeiter, die für Sterbebegleitungen zur Verfügung stehen. In Hermeskeil hat man sich vor wenigen Wochen als "ambulantes Hospiz" organisiert. Hier arbeiten der Hospizverein und der Träger des örtlichen Krankenhauses, die Waldbreitbacher Marienhaus GmbH, zusammen. Mit Annette Münster-Weber steht eine ausgebildete Hospiz-Fachschwester zur Verfügung. Kooperationspartner sind die Palliativstation in Trier und der Hermeskeiler Schmerztherapeut Dr. Ingo Zerbe. 18 ehrenamtliche Helfer unterstützen die Arbeit, weitere wären durchaus willkommen. Das gilt auch für den Hospizverein Wittlich, bei dem sich derzeit 18 Frauen und zwei Männer engagieren. Sie werden von Anne Hees-Konrad beim Caritasverband koordiniert. Monatliche Treffen, gelegentlich unter professioneller Supervision, sorgen dafür, dass niemand die schwierige Aufgabe ohne Unterstützung angehen muss. Wie bei den meisten Hospizvereinen vermittelt man auch in Wittlich Grundkenntnisse der Hospizarbeit in Befähigungs-Seminaren. Auch die Hospizgruppe Bitburg-Prüm arbeitet unter dem Dach der Caritas. Vor wenigen Tagen konnte man den fünften Geburtstag feiern. 28 Mitarbeiter hat Anja Förg vom Caritasverband um sich geschart. Seit Bestehen begleiteten ehrenamtlich Engagierte 47 Sterbende, in Alten- und Pflegeheimen, im Krankenhaus oder im familiären Umfeld. Auch in Gerolstein/Hillesheim existiert seit dem Sommer 2000 eine Hospizgruppe. Die Idee zur Gründung entstand bei einem Qualifizierungsseminar. Man arbeitet eng mit den katholischen und evangelischen Kirchengemeinden, mit der Caritas, den Krankenhäusern, Pflegeheimen und Sozialstationen zusammen. Mit Wanderausstellungen und Vorträgen wurde Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Jüngster Spross in der regionalen Hospiz-Familie ist der Verein Mittelmosel in Bernkastel-Kues. Seit Anfang 2001 begleitet er sterbende Menschen auf ihrem letzten Weg. Initiatorin Uta Boer fand Unterstützung bei der Akademie Kues, die ihr Haus als Vereinssitz zur Verfügung gestellt hat. Man spüre das wachsende öffentliche Interesse, hat Uta Boer in den letzten Wochen festgestellt. Deshalb unterstützt der Hospizverein an der Mosel die Aktion "Da-Sein", unter anderem mit einer Sammel-Aktion am Sonntag auf dem Bernkasteler Weihnachtsmarkt. Auch die anderen Hospiz-Vereine freuen sich über das positive Feedback. Konkurrenzgedanken sind den engagierten Sterbebegleitern fremd, die es überall schwer haben, das Tabu-Thema Tod und Sterben ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Weitere Aktive sind überall willkommen. Kontakt: Hospizverein Hermeskeil: 06503/8809 Hospizinitiative Wittlich: 06571/915514 Hospizgruppe Gerolstein/Hillesheim: 06593/809050 Hospizgruppe Bitburg-Prüm: 06567/9609909 Hospizverein Mittelmosel: 0653/96950