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Weltweites Entsetzen nach dem Terroranschlag von Boston

Weltweites Entsetzen nach dem Terroranschlag von Boston

Die Bilder vom Bombenanschlag in Boston schüren neue Angst vor einem Terror, der jederzeit, überall zuschlagen könnte. Auch in der Region: Die Airbase Spangdahlem hat offenbar ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

Nach dem Bombenanschlag von Boston gehen die Ermittlungsbehörden "einem Berg von Hinweisen" nach. Rick Deslauriers von der Bundespolizei FBI sprach auf einer Pressekonferenz am Dienstag von "sehr aktiven" Ermittlungen und betonte zugleich, dass es keine weiteren Bedrohungen gebe. Ermittlungsdetails wollte er nicht nennen. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat, bei der am Montag drei Menschen getötet und 176 verletzt wurden. Das Weiße Haus geht von einem Terrorakt aus und schließt auch einheimische Täter nicht aus.

Es handelte sich um die ersten tödlichen Bombenanschläge in den USA seit den Angriffen vom 11. September 2001. US-Präsident Barack Obama sprach von einer Tragödie: "Wir finden heraus, wer das war. Wir werden sie zur Rechenschaft ziehen", kündigte er in Washington an. Deutsche, darunter auch sechs rheinland-pfälzische Läufer, kamen offenbar nicht zu Schaden.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sicherte zu, alles zu tun, um "die US-Amerikaner in den nun wieder erhöhten Sicherheitsmaßnahmen an deren Standorten in Rheinland-Pfalz zu unterstützen". Die Airbase Spangdahlem selbst will sich aus taktischen Gründen nicht zu ihren Sicherheitsvorkehrungen äußern.

Innenminister Roger Lewentz zufolge ist es noch zu früh, Rückschlüsse auf vergleichbare Veranstaltungen in Rheinland-Pfalz zu ziehen. Die Sicherheitslage in Deutschland ist laut Bundesinnenministerium unverändert: Deutschland stehe nach wie vor im Fadenkreuz des internationalen Terrors.

Geschockt haben die Ereignisse auch die Organisatoren großer Läufe in der Region. 100.000 Zuschauer und 10.000 Läufer erwartet Erich François am 8. Juni beim Luxemburg-Marathon. Er hat sich am Dienstag mit der Polizei beraten, die jedoch keinen Anlass für schärfere Sicherheitsmaßnahmen sehe. "Unsere Sportart war von solchen Vorfällen bisher glücklicherweise verschont", sagt Berthold Mertes, Organisator des Trierer Silvesterlaufs. Nun müsse man neue Überlegungen anstellen.