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Unwetter
Die Region bereitet sich auf gefährliche Starkregen vor (Video)

FOTO: dpa / Friebe
Trier. 500 rheinland-pfälzische Gemeinden erstellen derzeit neue Hochwasserschutzkonzepte. Denn immer öfter wird heftiger Niederschlag zum Risiko. Von Katharina De Mos

Die Starkregen der vergangenen Tage und Monate haben enorme Schäden angerichtet. Stellenweise fiel laut Umweltminsterium in nur einer Stunde ein Viertel des Jahresniederschlags. Alleine im Eifelkreis Bitburg-Prüm haben Privatleute und Unternehmer nach Schätzung der Kreisverwaltung Schäden in Höhe von 11,5 Millionen Euro erlitten. Hinzu kommen viele Millionen Euro, die die Kommunen für Aufräum- und Sicherungsarbeiten zahlen müssen.

Privatleute, Städte und Dörfer wollen sich daher nun besser vorbereiten. Zumal Experten davon ausgehen, dass es wegen des Klimawandels öfter zu Starkniederschlägen kommt, die jeden Ort treffen können. 500 rheinland-pfälzische Gemeinden erstellen nach Auskunft des Ministeriums nun neue Hochwasserschutzkonzepte.

In Zukunft werde Starkregen eine ganz andere Bedeutung haben, sagt Frank Hömme, dessen Ingenieur­büro an Hochwasserschutzkonzepten für die Verbandsgemeinden Konz und Saarburg, für Kenn und für Orte in der Vulkaneifel arbeitet. „Wir werden diese Ereignisse nicht schadenfrei überstehen, egal, was wir tun. Aber wir können die Schäden deutlich verringern“, betont der Diplom-Geograf.

Er hilft Gemeinden dabei, Gefahrenstellen zu beseitigen. So sei es wichtig, darauf zu achten, dass das Wasser im Ernstfall ungehindert abfließen kann: Bachbetten müssen von Treibholz befreit werden, Brücken müssen hoch genug sein, Regenwasserschächte dürfen nicht verstopfen. Gemeinden sollten laut Hömme auch darauf achten, keine Neubaugebiete in Tiefenlinien anzulegen. Auch Privatleute können einiges tun, um ihre Häuser besser zu schützen.

Aktuell haben in Rheinland-Pfalz  nur 33 Prozent der Eigentümer eine Elementarschadenversicherung, die auch nach Starkregen zahlen würde. Hausbesitzern rät die Landesregierung dringend, nachzubessern. Denn die Aussicht auf staatliche Hilfe ist im Ernstfall gering. Selbst wenn die Landesregierung sich wie nun bereiterklärt, Nothilfen zu zahlen, bekommen Nicht-Versicherte 80 Prozent weniger Geld als Versicherte. Allerdings ist in der Region bisher noch überhaupt keine Nothilfe geflossen, da das Antragsverfahren, an dem zahlreiche Behörden beteiligt sind, sehr zeitintensiv und kompliziert ist.

Anders sieht es bei den Soforthilfen der Kreise aus, die in der Eifel zigfach ausgezahlt wurden, um die schlimmste Not derer zu lindern, die ihr Hab und Gut durch die Überschwemmungen verloren hatten. Wie sehr die katastrophalen Ereignisse die Menschen in der Region bewegen, zeigt auch die hohe Spendensumme: Mehr als 250 000 Euro haben Menschen für Flutopfer bereitgestellt.

Kommentar: Beim Hochwasserschutz müssen alle ran!

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