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Andenken an Eifeler Maler und und Grafiker

Andenken an Eifeler Maler und und Grafiker

Die Erinnerung an den Kronenburger Maler und Grafiker Rolf Dettmann wollen Hildegard und Peter Igelmund aus Ormont lebendig halten. Sie haben sein Haus gekauft und am Wochenende erstmals wieder geöffnet - für die Besucher der Kunst- und Kulturtage (der TV berichtete). Künftig soll das Gebäude dauerhaft zugänglich sein.

Kronenburg/Ormont. Rolf Dettmann? Peter Igelmund war der Name des Künstlers bekannt, dessen Werk aber nicht. Mit seiner Frau Hildegard besuchte er im vergangenen Jahr die große Dettmann-Ausstellung im Kronenburger Haus für Lehrerfortbildung, organisiert von den Töchtern des Künstlers, Katharina Thomas und Gertrud Dettmann-Heck. "Ich war begeistert von den Bildern", sagt Igelmund. Die Igelmunds hatten sich auch schon Bilder ausgesucht, die sie kaufen wollten. Die waren aber bereits anderen versprochen.
Schnell handelseinig


Ein paar Tage später kamen sie am Kronenburger Haus des "Bildermachers" vorbei, dessen Giebel verwaschene Reproduktionen von Werken des Künstlers zierten. "Haus zu verkaufen" stand da zu lesen. Es wurde ein Termin mit dem Makler vereinbart. Nach zehn Minuten stand für die Igelmunds fest: "Wir kau fen." Sie erwarben nicht nur das Haus, sondern auch die dort verbliebenen Werke des Künstlers. Zu dessen Lebzeiten hing das ganze Haus voll mit seinen Bildern. Für das Ehepaar stand fest: "Das Haus mit den Bildern muss erhalten bleiben."
Hildegard Igelmunds Mutter stammt aus Baasem. Bei Besuchen in Kronenburg fielen ihr bereits als Kind das große Mosaik des von Dettmann 1963 geschaffenen Hahns, die Skulptur eines Stuhls vor dem Gebäude und die Galerie von Bildern auf der Giebelwand auf. Dettmann (1915-1992) hatte sie 1980 als Original-Ölbilder aufgehängt. 1982 nahm er sie wieder ab, weil sie zu verwittern drohten. Der Sohn von Katharina Thomas hatte vor 20 Jahren die Originale reproduziert. Diese Repros wurden auf Eternitplatten aufgehängt, waren im Oktober 2012, als die Igelmunds das Haus kauften, aber stark verblichen. Sie beauftragten den Fotografen Josef Caspers aus Scheid mit der Herstellung von Reproduktionen der Originale, die sich noch im Haus befinden. Günter Knie vom GDF Atelier in Dahlem druckte sie auf eine haltbare Unterlage. Nun schmücken sie wieder die Hauswand.
Bis zu ihrem Tod im Jahr 2010 - sie wurde 92 Jahre alt - bewohnte Dettmanns Witwe Katharina, geborene Brandenburg aus Kronenburg, das Haus. Danach kamen ihre Töchter Katharina Thomas aus München und Gertrud Dettmann-Heck aus Bad Godesberg hin und wieder in den Ort und lebten im Haus.
Haus gesund, Bilder in Schuss


Auch wenn es die meiste Zeit über leer stand, sorgten sie dafür, dass dort zum Schutz der Bilder eine konstante Temperatur von 14 Grad herrschte. Dies tat Haus und Bildern offenbar gut. "Das Haus ist gesund", sagt Hildegard Igelmund, die mit ihrem Mann den Geist des Malers und Grafikers in dem kleinen Gebäude, das Dettmann 1958 baute, lebendig halten will. Die Igelmunds stellten während der Kunst- und Kulturtage im Dettmann-Haus neben den erworbenen Werken auch 13 große Monotypien aus, die in der Ausstellung im vergangenen Jahr zu sehen waren.
Das Gebäude stellen die Igelmunds künftig als Ferienhaus für vier bis sechs Personen zur Verfügung. Sie planen hier auch Ausstellungen und kleine Seminare, eventuell in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des Hauses für Lehrerfortbildung und der Dr. Axe-Stiftung in Kronenburg. Peter Igelmund: "Das würde Rolf Dettmann auch gefallen."
Am Wochenende waren im Dettmann-Haus auch Schmuck von Hildegard und Peter Igelmund sowie Fotografien ihrer Nichte Hildy Ueberhofen zu sehen.