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Bitburger Kindertagesstätten fehlt der Platz für die Zweijährigen

Archiv : Bitburgs großes Problem mit den Kleinen

In den Bitburger Kindertagesstätten fehlt der Platz für die Zweijährigen. Die aber haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen Platz - und der Bedarf ist da. Die Wartelisten werden immer länger. Die Housing wäre eine Möglichkeit, wird aber erst 2015 frei und auch der Anbau in der Kita Liebfrauen wird vor 2012 nicht fertig.

Eltern wollen natürlich nur das Beste. Und sie wollen das, was ihnen ohnehin zusteht. Wie beispielsweise einen Betreuungsplatz für ihr zweijähriges Kind. Darauf gibt es in Rheinland-Pfalz seit August 2010 einen Rechtsanspruch. Das Problem ist nur: Es fehlen Plätze, um diesem Anspruch gerecht zu werden.

"Wir sind in einer fatalen Situation", sagt Erika Dlugoß, Leiterin der Bitburger Kindertagesstätte (Kita) Zuckerborn. "Die Eltern wollen ihre Kinder nämlich nicht nur anmelden, sondern sie gehen auch fest davon aus, dass sie dann auch einen Platz bekommen." Werden die Väter und Mütter dann mit der Realität konfrontiert, vergessen manche von ihnen mitunter die eigene Erziehung.

Eltern melden sich gleich nach der Geburt des Kindes



"Die Situation wird sogar teilweise an meiner Person festgemacht", sagt Dlugoß, die derzeit rund 30 unter dreijährige Kinder auf der Warteliste hat. "Manche rufen schon aus dem Kreißsaal an und fragen nach einem Platz", fügt sie hinzu. Zwar werde versucht, für jeden Fall eine Übergangslösung zu finden, aber das sei nicht einfach, erklärt Dlugoß: "Das Problem ist ja in allen Kitas der Stadt das gleiche."

"Der Druck in den jungen Familien, aber auch in den Einrichtungen ist unheimlich hoch", sagt Roswitha Meyer von der Kita gGmbh des Bistums Trier. Sie ist zuständig für die Gesamteinrichtung Bitburg, zu der neben zahlreichen Kindergärten des Umlands auch die beiden Bitburger Tagesstätten Liebfrauen und St. Peter gehören. Auch dort gibt es mehr Bedarf als Plätze. Die Stadt kennt das Problem, müsste aber, um es mit den Worten des Bürgermeisters Joachim Kandels zu sagen, "nun endlich in die Pötte kommen". So wurde bereits im vergangenen Juli im Stadtrat entschieden, die Kita Liebfrauen mit Baumodulen zu erweitern, um damit den Platz für die Unterdreijährigen zu schaffen.

Übergangslösung schafft sechs zusätzliche Plätze



Ein halbes Jahr später liegt dem Stadtrat nun erneut ein Antrag zur Abstimmung vor. Dieser sieht ebenfalls die Modulbauweise vor, allerdings in einigen Punkten etwas überarbeitet. Die Ratsmitglieder stimmen dann auch zu. Deutlich wird aber auch, dass in der Zwischenzeit nicht viel passiert ist.

Zudem wird es nach der aktuellen Beschlussvorlage voraussichtlich auch noch bis August 2012 dauern, bis die Erweiterung abgeschlossen ist. Eine Übergangslösung, mit deren Hilfe eigentlich nur die Zeit bis zum Abzug der US-Amerikaner aus der Housing überbrückt werden soll. Denn dort gibt es bereits einen Kindergarten, und den könnte sich die Stadt vorstellen, ab 2015 zu nutzen (der TV berichtete).

Weil die Platznot in Bitburg allerdings akut ist, wird derzeit eine weitere Übergangslösung geprüft, die die Zeit bis zur Umsetzung der Übergangslösung in der Kita Liebfrauen überbrücken hilft. So ist geplant, die Vorschulkinder der Kita Liebfrauen bis zur Fertigstellung der Module in der benachbarten Grundschule Nord unterzubringen, wodurch in der Kita vorübergehend sechs weitere Zweijährige aufgenommen werden könnten.

Aufgrund der engen Kontakte zwischen Schule und Kindergarten und der Nähe der Gebäude sei das in diesem Fall möglich, sagt Kandels, stellt aber klar, dass das Gebäude der ehemaligen Edith-Stein-Hauptschule für eine solche Lösung nicht geeignet sei. Dieser Meinung ist auch Erika Dlugoß. Die geplante Kooperation mit der Grundschule Nord sei eine vertretbare Übergangslösung, sagt sie, "doch grundsätzlich sollte man fünf- bis sechsjährige Kinder nicht auslagern". ExtraHousing statt Hauptschule: "Unter Berücksichtigung der derzeitigen Erkenntnisse sieht die Stadt Bitburg im Bereich der Überlegungen zur Schul- und Kindertagesstättenplanung aufgrund der dortigen, vielseitigen Entwicklungsmöglichkeiten die örtliche Priorität auf dem Gelände der Housing", heißt es in einem Beschluss, den der Stadtrat gefasst hat. Mit dieser politischen Aussage soll gegenüber dem Eifelkreis erklärt werden, dass die Stadt "nach heutigem Kenntnisstand" kein Interesse an einer zukünftigen Nutzung des Gebäudes der ehemaligen Edith-Stein-Hauptschule hat. Dieses ist nämlich seit Anfang Februar Eigentum des Eifelkreises. Wie Bürgermeister Joachim Kandels erklärt, habe Landrat Joachim Streit um einen solchen Beschluss der Stadt gebeten, damit der Kreis für weitere Planungen zur Zukunft des Gebäudes eine bessere Entscheidungsgrundlage habe. (uhe)