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Brückenbauwerke in der Eifel nach Flut wieder befahrbar

Infrastruktur : Fast überall wieder freie Fahrt

Durch das Hochwasser im Juli wurden in den beiden Eifelkreisen 50 Straßenbrücken beschädigt. In Hermesdorf ist nun das letzte der gesperrten Bauwerke nach umfangreichen Arbeiten wieder für den Verkehr freigegeben worden.

Auf das, was seit dem Hochwasser Mitte Juli geleistet wurde, ist Oliver Arimond schon ein wenig stolz. Und das darf er auch durchaus sein. Denn der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Gerolstein, für den Arimond tätig ist, hat mit seinen Straßenmeistereien und den beauftragten Bauunternehmen in den vergangenen zwölf Wochen ordentlich draufgehalten, um die Schäden der Unwetterkatastrophe zu beseitigen.

So wurden im Zuständigkeitsbereich des LBM (Eifelkreis und Kreis Vulkaneifel) gut 380 Schäden erfasst, davon allein 290 an Bauwerken der Kreis-. Landes- und Bundesstraßen. „Wir hatten 81 Vollsperrungen, davon ungefähr 50 an Brücken“, sagt Arimond, der beim LBM federführend für den Bereich der Brückenbauwerke zuständig ist und deshalb nun eigentlich Grund zum Feiern hätte.

Mit Beginn der Herbstferien wurde nämlich gleichzeitig die letzte der gesperrten Brücken für den Verkehr wieder freigegeben. Seit Freitagnachmittag ist das Bauwerk, das im Wißmannsdorfer Ortsteil Hermesdorf über die Prüm führt, wieder befahrbar. Mit Ausnahme von zwei kleineren Kreisstraßenabschnitten, entlang derer es zu Rutschungen gekommen war, sind damit alle vom Hochwasser betroffenen Abschnitte des Verkehrsnetzes wieder befahrbar.

Wie der Mitarbeiter des LBM erklärt, waren die Schäden an der Brücke in Hermesdorf besonders massiv. So wurden sowohl die beiden Widerlager als auch einer der Brückenpfeiler zum Teil völlig unterspült und zudem der andere Pfeiler zu zwei Dritteln zerstört. Es sei schon bemerkenswert, dass die Brücke selbst das so gut weggesteckt habe, sagt Arimond, der zuversichtlich ist, dass dem Bauwerk jetzt so schnell nichts mehr passieren kann. Es sei so viel unterfüllt und betoniert worden, dass die Brücke jetzt noch massiver dastehe als zuvor.

Bei dem Hermesdorfer Bauwerk, das erst vor wenigen Jahren komplett erneuert wurde, war unmittelbar nach dem Hochwasser nicht sicher, ob die Brücke überhaupt gerettet werden kann.  Ähnliches gilt auch für andere Brücken, die zunächst alle untersucht wurden. „Wir hatten dabei zum Teil auch Taucher im Einsatz“, erklärt Arimond. Denn problematisch seien vor allem die unterspülten Gründungen, also die Fundamente der Widerlager und Brückenpfeiler gewesen.

Beschädigt wurden durch das Hochwasser aber nicht nur die Brückenbauwerke selbst, sondern darüber hinaus laut LBM auch mehr als 80 Brückengeländer. Viele haben dem Druck, der durch das mitgeschwemmte Treibgut noch verstärkt wurde, nicht standgehalten. Wohingegen es umgekehrt auch Fälle gab, in denen die Geländer zwar gehalten haben, die Situation dadurch aber auch verschärft wurde.  

Wie zum Beispiel in Echtershausen. Dort hatte sich so viel mitgeschwemmtes Material im Geländer verkeilt, dass sich die Prüm einen anderen Weg suchte und dabei dann eine parallel zum Fluss verlaufende Straße samt Kanalisation mitriss.

Dass Brückengeländer bei solchen Ereignissen unter Umständen zu noch größeren Schäden führen können, dessen ist sich Arimond durchaus bewusst. Geländer aber so zu installieren, dass man sie bei drohender Gefahr einfach entferne, sei allein schon aus Sicherheitsgründen nicht möglich. „Man muss ja auch sehen, dass diese Unwetterkatastrophe wirklich ein Extremereignis war“, sagt der LBM-Mann.

„Die Experten sind sich auch alle einig, dass man sich dagegen baulich nie komplett schützen kann“, fügt er hinzu. Gleichwohl flössen Erfahrungen wie diese  in die Planung zukünftiger Brücken mit ein, sagt Arimond und ergänzt, dass die meisten Schäden ja ohnehin auch nicht bei den neuen, sondern vor allem bei den älteren Brücken entstanden seien.

 Die Prümbrücke in Hermesdorf ist wieder befahrbar, die Böschung befestigt.
Die Prümbrücke in Hermesdorf ist wieder befahrbar, die Böschung befestigt. Foto: Uwe Hentschel

Auf rund 30 Millionen Euro schätzt der LBM den Schaden an den Kreis-, Landes- und Bundesstraßen. „Dieser Wert ist aber wirklich nur eine grobe Schätzung, weil wir bislang noch gar nicht das gesamte Ausmaß kennen“, betont Arimond. Er geht davon aus, dass in den kommenden zwei Jahren noch einige Arbeiten zu leisten sind, von denen die Bevölkerung so nicht viel mitbekommen wird. „Das Ganze wird uns definitiv noch eine Weile beschäftigen.“