Drei akute Fälle nachgewiesen

Drei akute Fälle nachgewiesen

EUSKIRCHEN. Dem Euskirchener Kreisveterinär Dr. Jochen Weins liegen zwei neue Fälle von nachgewiesener Blauzungenkrankheit bei Rindern vor. Die positiven Befunde stammen aus Betrieben in den Gemeinden Hellenthal und Blankenheim.

Seit Freitag, als der positive Befund in Hellenthal-Rescheid gemeldet wurde, sind im Kreis Euskirchen drei akute Fälle von Blauzungenkrankheit nachgewiesen. Auch ein verendetes Schaf wurde zur Untersuchung nach Krefeld gebracht. Am Donnerstag und Freitag wurden insgesamt 20 Betriebe in den beiden Gemeinden beprobt. In den drei später bestätigten Fällen ließen bereits die Symptome darauf schließen. Kreisveterinär Dr. Jochen Weins erwartet eine ganze Reihe von positiven Befunden in den Herden. Man müsse abwarten, was der Veterinärausschuss in Brüssel an neuen Richtlinien vorgebe. Es gibt weitere Verdachtsfälle. Aus allen Teilen des Kreises melden sich Landwirte oder Tierärzte, die Verdachtsmomente bei Tieren beobachtet haben. Die Tierärzte reichen häufig gleich die Blutproben ein. In den kommenden zwei Wochen werden verstärkt Proben entnommen. 28 positive Befunde liegen insgesamt in den Kreisen Euskirchen, Düren und Aachen vor. Ob sich der Verdacht auf Blauzungenkrankheit bei dem im Nationalpark gefundenen, verendeten Muffelschaf bestätigt hat, hatte Weins am Montag noch nicht in Erfahrung gebracht. Die Problematik werde mit Sicherheit auch in Brüssel thematisiert. Tiere, die die Seuche überstanden haben, gelten noch 100 Tage als Virusträger. Also sei mindestens die nächsten drei Monate noch damit zu rechnen, dass das 20-Kilometer-Gefährdungsgebiet und das 150-Kilometer-Schutzgebiet aufrechterhalten würden. Weiterhin gilt im Kreis die nächtliche Aufstallungspflicht. Nur wenn die Tiere mit zugelassenen Insektiziden oder anderen Mücken und Fliegen abwehrenden Mitteln behandelt werden, besteht keine Stallpflicht. Bisher wurde davon ausgegangen, dass das Virus von Stechmücken übertragen wird, die wegen der wärmeren Temperaturen nur in südlichen Gefilden vorkommen. Laut Weins werde zurzeit fieberhaft geforscht. Das Friedrich-Loeffler-Institut geht inzwischen davon aus, dass auch in Mitteleuropa beheimatete Stechmücken Überträger sein können und nicht nur Culicoides-Mücken.

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