Eierlage in Neroth: Eierlage und Wanderlieder

Eierlage in Neroth : Eierlage und Wanderlieder

Die einen raffen und laufen, die anderen klampfen und singen dazu: Zur 95. Nerother Eierlage kamen auch die Nerother Wandervögel.

Der Wettkampf zwischen Raffern und Läufern hat auch in Neroth eine beachtliche Tradition. Seit 1924 wird der Osterbrauch durch die örtliche Freiwillige Feuerwehr organisiert, jährlich am Ostersonntag kommen Besucher aus Nah und Fern, um die Teilnehmer beim Kampf gegen das Ei und die Zeit anzufeuern.

Auf eine um einige Jahre längere Tradition blicken die Wandervögel zurück, die ihren Ursprung in Neroth haben, die aber inzwischen eine bundesweit verzweigte Bewegung sind: Am 31. Dezember 1919 trafen sich acht junge Gründungsmitglieder in der Mühlsteinhöhle am Nerother Kopf, um den Jugendbund ins Leben zu rufen. Rund dreißig Wandervögel aus der gesamten Bundesrepublik sind am Ostersonntag in Neroth, um die Gründung vor nunmehr 100 Jahren zu feiern und treffen zufällig, aber sehr willkommen, pünktlich zur Eierlage ein. Damit ist für beste musikalische Untermalung gesorgt.

In Neroth folgt der Osterbrauch eigenen Regeln: Beim Juniorenlauf muss der Raffer 43 auf Sägemehlhäufchen im Abstand von jeweils 50 Zentimetern verteilte Eier aufsammeln, während der Läufer zur gleichen Zeit eine Strecke von 1650 Metern zurücklegen muss. Bei den Senioren gilt es 81 Eier aufzusammeln, die Strecke für den Läufer beträgt 5000 Meter. „Die warmen Temperaturen werden heute eine große Rolle spielen“, sagt Raffer Christian Lenzen vor dem Seniorenwettkampf. Die Strecke des Läufers führt schnurstracks in den angrenzenden Wald, es gibt schattige Abschnitte. „Doch die erste Hälfte des Weges steigt stark an und es gibt dort sehr oft Gegenwind“, fügt Yannik Schüller hinzu. Er repräsentiert eine weitere Besonderheit der Nerother Eierlage, den sogenannten Preisläufer. Im hochgelegenen Eifelort starten beim Seniorenwettkampf nicht nur der Raffer und ein Läufer (am Sonntag ist es Rico Gottstein) sondern auch der Preisläufer, der genau zwei Minuten später startet und gegen die Zeit läuft.

Der Wettkampf wird dadurch um eine weitere Nuance spannender. Denn auch wenn Raffer und Läufer ihre Aufgaben absolviert haben, ist der Preisläufer noch auf der Strecke unterwegs. Erst wenn er durchs Ziel läuft, werden die erzielten Zeiten ausgewertet. Am Sonntag gewinnt der Preisläufer Yannik Schüller gegen den Raffer Christian Lenzen und den Läufer Rico Goldstein. Schüller hat die fünf Kilometer lange Strecke in 18 Minuten und 14 Sekunden geschafft. (Lenzen: 19`01`` Gottstein: 19`48``)

Den Juniorenwettkampf gewinnt Raffer Gianluca Janz in 5 Minuten und 46 Sekunden vor dem Läufer Felix Körsten, der die Strecke in 7 Minuten und 49 Sekunden bewältigt.

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