Es fließen die Millionen

7,1 Millionen Euro sind in den vergangenen zehn Jahren in den Ausbau der Bundesstraße 410 von Prüm in Richtung Luxemburg verbaut werden. Doch damit ist das Großprojekt noch lange nicht abgeschlossen. Denn in den nächsten Jahren sollen noch einmal 7,8 Millionen Euro investiert werden.

Daleiden/Arzfeld. Für alle Pendler, die im Prümer Raum wohnen und in Luxemburg arbeiten, ist die Bundesstraße 410 die wichtigste Verbindung ins Nachbarland. Seit rund zehn Jahren wird daher verstärkt in die Strecke investiert. Viele Gemeinderäte interessiert, wie und vor allem wann es weitergeht. "Es ist daher einfach wichtig zu informieren: Wo stehen wir jetzt und wo in den nächsten Jahren", sagte Patrick Schnieder, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arzfeld, vor Vertretern der betroffenen Ortsgemeinden.

Lange Zeit sei die Strecke vonseiten des Bundes vernachlässigt worden, sagt Harald Enders vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Gerolstein. "Aber in den vergangenen zehn Jahren haben wir stark aufgeholt und noch einiges vor uns." Bisher seien rund 7,1 Millionen Euro in die Bundesstraße investiert worden. "Für die kommenden Projekte sind noch einmal 7,8 Millionen Euro vorgesehen", sagt Enders. Man profitiere dabei vom Wechsel in der Verkehrs- und Infrastrukturpolitik - weg vom Neubau - hin zur Erhaltung. Einer der Schwerpunkte ist das Nadelöhr zwischen Daleiden und Dasburg. Enders bestätigte, dass der Zustand der rund 4,2 Kilometer langen Strecke einer Bundesstraße nicht würdig sei. In einigen Bereichen ist die Straße nur knapp über fünf Meter breit, was insbesondere den Begegnungsverkehr von Lastwagen erschwert. Geplant ist, sie auf eine Breite von sechs Metern auszubauen. Mit 3,5 Millionen Euro ist das Projekt auch der dickste Brocken im Investitionsplan des LBM.

Doch vor dem Ausbau sind noch einige Schwierigkeiten zu überwinden. Vor allem sind rund 20 Grundstücksangelegenheiten zu klären. "Das ist immer eine unkalkulierbare Größe. Wenn sich jemand dagegen sperrt, können sich die Arbeiten um rund zwei Jahre nach hinten verschieben", sagt Enders. "Aber wenn es gut läuft, haben wir Ende 2009 Baurecht." Das bedeutet, dass die Bauarbeiten Anfang 2010 beginnen könnten. Daleidens Ortsbürgermeister Walter Reichert versprach die Unterstützung der Gemeinde bei den Grundstücksangelegenheiten.

Ganz vorne in der Projekt-Liste des LBM steht die Ortsdurchfahrt in Lichtenborn. "Dort haben wir fast Baurecht", sagt Helmut Bell vom LBM Gerolstein. Lediglich eine Grundstücksangelegenheit müsse noch geklärt werden. Insgesamt 700 000 Euro sollen dort im kommenden Jahr investiert werden.

Meinung

Von Christian Brunker

Das Ende des Schattendaseins


Die Zeiten, in denen die Eifel ein Schattendasein im öffentlichen Straßenbau führte, scheinen endgültig vorbei zu sein. Die in den nächsten Jahren vorgesehenen 7,8 Millionen Euro allein für die Projekte entlang der B410 sind dafür ein deutliches Zeichen. Es sieht so aus, als habe man seitens des Bundes erkannt, dass auch die hiesigen Straßen an das ständig wachsende Verkehrsaufkommen angepasst werden müssen. Höchste Priorität muss dabei der seit Jahren mit Recht geforderte Ausbau des Abschnitts zwischen Daleiden und Dasburg haben. Denn jede Verbindung ist nur so gut wie ihre schwächste Stelle. Eine Bundesstraße, auf der sich zwei Lastwagen nicht problemlos begegnen können, verdient schlicht und einfach den Namen nicht. Man kann daher nur an die betroffenen Grundstückseigentümer appellieren, den Ausbau nicht mutwillig zu blockieren. Verhindern können sie den Bau ohnehin nicht, höchstens unnötig verzögern.
c.brunker@volksfreund.de

Extra
Projekte entlang der B 410: Die Jahresangaben sind dabei als erste grobe Planung des LBM zu verstehen: Ortsdurchfahrt Lichtenborn (2009); Watzerath - Niederprüm (2009/10); Daleiden - Dasburg (2010/11); Ortsdurchfahrt Irrhausen (2011/12); Ortsdurchfahrt Dasburg (2011); Dasburg - Zollstelle (2011); Lünebach - Pronsfeld (2014); Ortsdurchfahrt Lünebach (2015); Lichtenborn - Lünebach (2015) (ch)

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