Fasten ist mehr als Verzicht

Fasten ist mehr als Verzicht

Bitburg/Wittlich/Daun (utz) Warum fasten Christen? Was ist der Sinn? "Das ist ein komplexes Thema", sagt Johannes Eiswirth, geschäftsführender Dekanatsreferent im Dekanat St. Willibrord Westeifel.

Grundsätzlich sei es Sinn des Fastens, sich auf Ostern vorzubereiten.
Aber: Der Verzicht sei nur ein Bestandteil dieser Zeit. "Zur Triade in der Fastenzeit gehören das Fasten, das Gebet und das Geben", sagt Eiswirth. Doch zurück zum Verzicht. Was sollte man weglassen? "Man könnte sich fragen, an welcher ‚lieben' Gewohnheit man so stark hängt, dass man vielleicht nicht mehr selbstbestimmt ist." Habe man seinen Fastenvorsatz gefasst, dann helfe das Gebet, die Hinwendung zu Gott und die damit ermöglichte Selbsterkenntnis, sich von dem zu lösen, was einen bindet. "Eine zentrale Frage dabei ist auch: Woran orientiere ich mein Leben? Was brauche ich wirklich?", sagt Eiswirth und verweist auf das dritte wichtige Element der Fastenzeit: die Hinwendung zum Mitmenschen. Die Erkenntnis, nicht alleine auf der Welt zu sein mit den eigenen Bedürfnissen, sondern in einem sozialen Gefüge zu stehen, sei eine wichtige Erkenntnis aus dem Verzicht, der auch Freiraum für Anderes schafft. Und in der Gabe, der Spende für Andere, kann man diese Verbundenheit und das Aufeinander-Angewiesen-Sein zum Ausdruck bringen.
Am Anfang der Fastenzeit stehe die Neuorientierung, die Umkehr. Die Er-Lösung, von der unguten Gewohnheit etwa, steht am Ende - und ist ein Vorgriff auf die Erlösung, die den Menschen durch Christi Tod und Auferstehung zugesagt werde, so Eiswirth. So biete die Fastenzeit eine Chance zur Umkehr in ein freieres, bewussteres Leben. Gefastet wird zwar 40 Tage lang, die Fastenzeit dauert aber 47 Tage. An den Sonntagen kann das Fasten ausgesetzt werden. Dies, so Eiswirth, sei eine Chance, Meilensteine zu setzen und sich während der Fastenzeit beim sonntäglichen Unterbrechen immer wieder zu prüfen und sich zu fragen: Brauche ich das wirklich?