Kommunalpolitik : Leere in der Chefetage

Vier Gemeinden im Bitburger Land müssen ohne Bürgermeister auskommen. Und daran wird sich so schnell nichts ändern.

71 Orte gehören zum Bitburger Land. Da versteht es sich von selbst, dass der Bürgermeister nicht in allen Dörfern seine Aufwartung machen kann. In Gindorf aber musste er sich Anfang Oktober noch mit der Straßenbeleuchtung und einer geplanten Photovoltaik-Anlage an der Autobahn 60 auseinandersetzen. Auch die Post des 300-Einwohner-Dorfes landet auf dem Schreibtisch des Idenheimers. Und das hat einen Grund: Es ist sonst keiner da, er es machen könnte oder wollte.

Denn seit vergangenem Jahr hat Gindorf weder einen Ortsbürgermeister noch einen Ersten oder Zweiten Beigeordneten, der einen Dorfchef vertreten könnte. Den letzten Amtsinhaber Jürgen Grosdidier hat die Kreisverwaltung Bitburg-Prüm vertrieben (der TV berichtete). Grosdidier arbeitet für die Forstverwaltung Waldeifel, die der Verbandsgemeinde untersteht. Gleichzeitig für ein Dorf und eine Einrichtung der VG arbeiten – darin sah der Kreis einen Gewissenskonflikt.

Also musste Grosdidier abdanken. Kurz darauf starb der Erste Beigeordnete Werner Franzen, der Zweite Beigeordnete trat zurück. Damit war Gindorfs siebenköpfiger Gemeinderat sozusagen völlig ohne Führung. Der Einzige, der einspringen darf, war damals wie heute der VG-Bürgermeister Junk. Und wie lange soll das noch so bleiben? „Bis zur Kommunalwahl im Mai werde ich wohl weitermachen“, sagt er. Vorher finde sich sowieso kein geeigneter Kandidat.

An Bewerbern fehlt es aber nicht nur in Gindorf, sondern auch in anderen Gemeinden im Bitburger Land. Drei weitere müssen derzeit ohne Bürgermeister auskommen: Balesfeld, Steinborn und Malberg. In letzterem Ort scheiterte eine Kandidatin an der Urne. Sie bekam nicht genügend Stimmen. Für eine Neuwahl im Januar meldete sich dann kein Freiwilliger mehr. Seitdem führt der Erste Beigeordnete die Geschäfte, genau wie in Balesfeld und Steinborn.

Im Dorf Hütterscheid gibt es seit Januar wieder einen Dorfchef, den 36-jährigen Andreas Girards. Auch hier drohte der Posten zunächst leerzubleiben.