Siebte Auflage der Job Initiative Eifel

Bitburg-Prüm : Siebte Auflage der Job Initiative Eifel — Schnittstelle von Angebot  und Nachfrage in der Bitburger Stadthalle

Die siebte Auflage der Job Initiative Eifel in der Bitburger Stadthalle beginnt am Donnerstag. Bei der zweitägigen Veranstaltung für Fachkräfte und Berufseinsteiger sind mehr als 40 Unternehmen vertreten.

Die Zahlen sprechen für sich: Bis Juli dieses Jahres wurden bei der Agentur für Arbeit Trier 652 Ausbildungsstellen im Eifelkreis gemeldet. Für 291 dieser Stellen, also mehr als 44 Prozent, konnte noch kein Bewerber gefunden werden. Dem gegenüber stehen 437 junge Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz, von denen 74 noch nicht fündig wurden. Es gibt sehr viele suchende Unternehmen, und eine große Zahl an Schulabgängern, die noch immer ohne Ausbildungsplatz sind – ein  recht hoher Wert, an dem sich aber in den kommenden beiden Tagen  etwas ändern könnte. Denn  Donnerstag und Freitag wird in der Stadthalle Bitburg  zum siebten Mal die Job Initiative Eifel veranstaltet.

 44 Aussteller sind bei dieser Jobmesse vertreten. Dazu zählen viele Handwerksbetriebe und mittelständische Unternehmen, aber auch Arbeitgeber aus dem Finanzsektor, dem Pflegebereich oder etwa dem öffentlichen Sektor wie Polizei, Finanzamt und Kreisverwaltung. Letztere ist in der glücklichen Lage, dass sie zu Beginn des neuen Schul- und Lehrjahres alle ihrer neun Ausbildungsplätze besetzen konnte. Die Sorge, dass sich das in den kommenden Jahren ändern könnte, beschäftigt aber auch die Kreisverwaltung. „Wir müssen etwas dafür tun, müssen Ausbildungsmarketing betreiben“, sagt Carl Diederich, Büroleiter der Behörde, die fast 30 junge Menschen in der Ausbildung hat. Der Büroleiter verweist auf die Wichtigkeit der Praktika im Vorfeld der Ausbildung. So biete die Kreisverwaltung jedes Jahr eine Praktikumswoche an, bei der sehr viel Wert auf eine umfassende Betreuung der Praktikanten gelegt werde. Viele junge Menschen hätten gar keine Vorstellung, wie vielseitig die Arbeit in der Verwaltung sein könne, so Diederich. „Wir sind relativ breit aufgestellt, haben zum Beispiel auch kreative Bereiche, wie etwa die Wirtschaftsförderung.“

Während es beim klassischen gehobenen Dienst mit Bachelor-Abschluss noch wenig Probleme gebe, werde es bei der Ausbildung im mittleren Dienst schwieriger, die Plätze zu besetzen. „Die Teilnahme an der Jobmesse ist für uns ein absolutes Muss“, sagt der Büroleiter. Darüber hinaus gehe die Kreisverwaltung inzwischen auch in die Schulen, um dort im Rahmen von Berufstagen über ihr Angebot zu informieren. Und sie biete auch Vorstellungs-Trainings an. Wie Diederich erklärt, muss seine Behörde nicht nur mit den anderen Behörden der näheren Umgebung konkurrieren, sondern längst auch mit Verwaltungen jenseits der Kreisgrenzen. Verglichen mit der Situation im Handwerk oder dem kaufmännischen Bereich geht es den Verwaltungen aber noch vergleichsweise gut.

Laut Arbeitsagentur fallen 30 der 291 offenen Stellen auf kaufmännische Ausbildungsplätze im Einzelhandel. Und das seien rund 60 Prozent der Stellenangebote in diesem Beruf. Auch bei der Ausbildung zum Handelsfachwirt seien 15 der 31 gemeldeten Stellen unbesetzt. Im Bereich Elektronik und Betriebstechnik sind 13 der 20 angebotenen Ausbildungsplätze ohne geeigneten Bewerber, bei den Maurern konnten von den 13 Lehrstellen nur zwei besetzt werden und bei der Koch-Ausbildung fand sich für die neun Stellen nur ein Auszubildender. Die Situation in der Gastronomie ist generell dramatisch. So blieben auch acht ausgeschriebene Ausbildungsstellen als Restaurantfachkaufmann oder -frau  unbesetzt.

In den meisten Fällen startet die Ausbildung zum 1. August. Eine formale Frist, bis wann die Lehrplätze definitiv besetzt sein müssen, gebe es aber nicht, erklärt Dirk Kleis, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft für Eifelkreis, Vulkaneifelkreis und Kreis Bernkastel-Wittlich. Grundsätzlich könnten offene Ausbildungsplätze auch noch im September oder Oktober besetzt werden, so Kleis. „Das ist letztlich eine Frage der Einschätzung“, sagt er. Wenn das Unternehmen und der Bewerber der Meinung sind, dass das trotz verspätetem Beginn zu schaffen ist, spreche nichts dagegen.

Dass die Job Initiative Eifel einen wesentlichen Beitrag zur Besetzung der derzeit noch offenen Ausbildungsplätze leistet, sieht Kleis allerdings nicht. Ein unmittelbarer Effekt sei zumindest im Handwerk in den vergangenen Jahren nicht zu verzeichnen gewesen. Wobei der Fokus der Messe ja auch auf das jeweils kommende Ausbildungsjahr gerichtet sei, wie der Chef der Kreishandwerkerschaft betont. Viele Unternehmen hätten bereits mit dem Bewerbungsverfahren für 2020 begonnen, einige seien sogar auch schon im Auswahlverfahren, sagt Kleis. Im Handwerk hingegen würden viele Betriebe damit erst später anfangen und jetzt erst einmal Praktika anbieten. Er rät den Betrieben, sich schon möglichst früh mit der Ausschreibung von Ausbildungsplätzen zu beschäftigen. Und für die, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, hat Kleis auch einen Rat: „Wer noch sucht oder orientierungslos ist, kann sich gerne an uns wenden!“

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