Becken im Bad schon angelegt

Name gefunden, Rohbau steht, Becken angelegt: Das Saar-Mosel-Bad nimmt Formen an. Im Dezember soll die Hülle des 8,1-Millionen-Euro-Baus geschlossen werden. Ab dann wird das Bad mittels Energiezentrale, die Schulzentrum und Turnhallen mitversorgt, bereits beheizt.

Konz. Knapp zwei Jahrzehnte haben die Konzer Gremien über die Frage gestritten, ob sie ihr altes Bad sanieren oder durch ein neues ersetzen. Im Dezember 2012 haben sich der Verbandsgemeinderat und die Stadt Konz nach einer leidenschaftlichen Debatte zum Abriss des maroden Bads durchgerungen. Vor etwa einem Jahr rollten die Bagger an und beseitigten das alte Bad. Das war zugleich der Startschuss für den Neubau. Deutlich kürzer hingegen war die Debatte des Verbandsgemeinderats über den neuen Namen der Einrichtung. Ohne Diskussion einigten sich die 34 anwesenden Ratsmitglieder auf den Namen Saar-Mosel-Bad. Bürgermeister Karl-Heinz Frieden sagte: "Das Bad so zu nennen, haben 13 der Menschen vorgeschlagen, die sich am Namensfindungswettbewerb der Verbandsgemeinde beteiligt haben. Es war auch der häufigste Vorschlag." Der Name Saar-Mosel-Bad sei vom Schwimmbadausschuss, der die 211 Einsendungen ausgewertet hat, ausgewählt und dem Rat vorgeschlagen worden.Wenig Geld für anderes


Die Bürger hatten bei ihren 211 Vorschlägen teilweise große Kreativität bewiesen. Lautmalerische Varianten wie "Platsch" und "Plansch" wurden genannt, Vorschläge, die das Thema Wein berücksichtigten ("Schwimmende Traube") oder die Stadtgeschichte aufgreifen ("Konzer Doktor Bad") (Volksfreund vom 6. November). Zum Dank erhalten alle Wettbewerbsteilnehmer eine Eintrittskarte für das Bad, das im Herbst 2015 öffnen soll. Für diejenigen, die für Saar-Mosel-Bad plädiert haben, gibt es eine Zehnerkarte.
In der Ratssitzung riss Lothar Rommelfanger das Thema Bad nochmal an, als über die Investitionsvorgaben für 2015 diskutiert wurde. Der Fraktionsvorsitzende der SPD kritisierte, dass die Ausgaben von 8,1 Millionen Euro für den Bau der Sporteinrichtung dazu führten, dass die Investitionen der Verbandsgemeinde in den kommenden Jahren "eher niedrig ausfallen" werden.
Der Bau des Bads schreitet derweil voran. Der Rohbau ist so gut wie fertig. "Wir können fast Bergfest feiern", sagte Frieden bei einer Schwimmbadbegehung am Freitag. Die drei Becken des Bads sind angelegt: das 25 Meter lange Schwimmerbecken mit fünf Bahnen, das wettkampfgeeignet ist, sowie das Nichtschwimmerbecken - beide erhalten noch eine Edelstahlhülle - und das Kleinkindbecken mit kleiner Rutsche und Wasserspielen.
Die Glasfassade, die das Bad von drei Seiten einschließt und mit Hilfe von Schiebetüren den Weg nach draußen zur Liegewiese freigeben kann, soll bis zum Dezember eingebaut sein. Dann soll die Hülle des Bads so weit geschlossen sein, dass mit Hilfe der Energiezentrale geheizt werden kann. Die 1,78 Millionen Euro teure Energiezentrale steht oberhalb des Bads und wird das benachbarte Schulzentrum sowie die Saar-Mosel-Halle und die TG-Halle mitheizen. Die Heizenergie wird zu 74 Prozent mit Hilfe von regional gewonnenen Holzhackschnitzeln produziert, zu 18 Prozent mit einem Blockheizkraftwerk und zu acht Prozent mit konventionellen Gaskesseln. Das Blockheizkraftwerk erzeugt auch Strom, mit dem ein Teil des Badbedarfs gedeckt wird. Zusätzlich ist eine kleine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Energiezentrale geplant. Auf Nachhaltigkeit und somit Kosteneinsparung wird auch bei der Badtechnik wertgelegt. Eine Rückgewinnungsanlage für das in großen Mengen anfallende Filterspülwasser ermöglicht es, Trinkwasser und Wärmeenergie zu einzusparen. Besondere Ansprüche erfüllt die Lüftungsanlage des Bads. Sie muss 40 000 Kubikmeter Luft pro Stunde entfeuchten.