Geburtstagsfeier auf dem Rücken der Jubilarin

Geburtstagsfeier auf dem Rücken der Jubilarin

Mit einer spektakulären Aktion haben die Kanzemer den 60. Geburtstag ihrer Saarbrücke gefeiert: Direkt auf der Brücke präsentierten sie die längste Kuchentafel in der Geschichte der Verbandsgemeinde Konz.

Kanzem. Nicht immer war das Wetter der Kanzemer Brücke so wohlgesonnen wie am Wochenende zur Feier ihres 60. Geburtstages. Eins hatte der sehr strenge Winter 1955/56 den Baubeginn verzögert, mehrfach behinderten Hochwasser den Weiterbau. 60 Jahre nach dem Richtfest im September 1956 sorgt eine wärmende Frühherbstsonne für Zimmertemperatur. Ideales Wetter, um zur großen Festtafel auf dem abgesperrten Geburtstagskind zu laden.
Fast reif fürs Guinnessbuch ist die weiß gedeckte, über 100 Meter lange Tafel mit 300 Sitzplätzen, die sich an die Krümmung der Brückenfahrbahn anpasst. Wo sonst der Verkehr fließt, nehmen nun in die Ortsbewohnerinnen und -bewohner Platz, um sich mit Kaffee, Kanzemer Wein und Kuchen bewirten zu lassen. "Alle Kuchen kommen von Kanzemer ,Bäckerinnen'," freut sich Ortsbürgermeister Johann Peter Mertes.
Den Auftakt bilden einige Ständchen des MGV Kanzem und der Heimatmusikanten Wawern. Fast die gesamte Dorfbevölkerung ist versammelt, als Mertes die Gäste begrüßt, darunter Staatssekretär Andy Becht, Landrat Günther Schartz, die Verbandsgemeindechefs Karl-Heinz Frieden (Konz) und Jürgen Dixius (Saarburg), Pastor Bernhard Bollig sowie Weinkönigin Hannah Arnoldy mit Prinzessin Antonia Reinsbach.
Ein Brückenbauer feiert mit


Besonderen Beifall erhalten Ehrenbürger Nikolaus Hengel und der über 80 Jahre alte Berthold Schellen, der beim Bau der Brücke mitgearbeitet hatte. Der Dank des Ortsbürgermeisters gilt allen Helferinnen und Helfern, die dieses ungewöhnliche Fest ermöglicht hatten. Mertes: "Die Vorbereitungen haben rund ein Jahr gedauert."
Den Grüßen des Ortsbürgermeisters schließen sich Staatssekretär Becht, Bürgermeister Karl-Heinrich Frieden, Weinkönigin Hannah und Landrat Schartz an. Nachdenklich stimmt die Rückschau des Landrats: Die erste Brücke stand nur 15 Jahre bis zu ihrer Zerstörung. Die Nachfolgerin ist nun 60 Jahre alt - ein Symbol für die Erfolgsgeschichte der Bundesrepublik, des Landes und der Gemeinde Kanzem.
Den zweiten Segen seit seiner Einweihung 1956 erhält das Bauwerk schließlich von Pfarrer Bollig aus Tawern. Der Kanzemer Pastor Andreas Neumann ist an diesem Tag leider anderweitig verpflichtet. Fazit des Ortsbürgermeisters: "Diesen Tag wird Kanzem nicht mehr vergessen." f.k.

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