Kneipp-Verein Hermeskeil löst sich auf

Kneipp-Verein Hermeskeil löst sich auf

Mit nur noch wenigen Mitgliedern hat der vor 41 Jahren gegründete Kneipp-Verein Hermeskeil beschlossen, sich aufzulösen. Grund waren Probleme, wie sie viele Vereine kennen: Die Zahl der Mitglieder sinkt und für die noch verbliebenen aktiven Senioren rücken keine Jüngeren mehr nach.

Hermeskeil. Für einen Verein, der über Jahrzehnte viel bewegte, ist es traurig, wenn nichts mehr geht. Doch mit dem 1974 gegründeten Kneipp-Verein Hermeskeil sind auch dessen Mitglieder in die Jahre gekommen. Manche sind bereits gestorben, andere mehr als 80 oder 90 Jahre alt.
Siegfried Kiesselmann, erster und einziger Vorsitzender der Vereinsgeschichte, ist mit 77 Jahren noch nicht einmal der Älteste im Vorstand. Doch er ist gesundheitlich angeschlagen. Er sei einfach "nicht mehr in der Lage, den Verein weiter zu führen", räumte er in einer außerordentlichen Hauptversammlung ein. Bezeichnend, dass nur sieben Mitglieder der Einladung gefolgt waren.
Noch vor wenigen Jahren schien die Vitalität des früheren Berufssoldaten keine Grenzen zu kennen. Er brach alleine zu 75-Kilometer-Tageswanderungen auf. Parallel dazu engagierte er sich im zweiten Ehrenamt als Vorsitzender des 1970 gegründeten Landesverbandes, dem er ebenfalls von 1975 bis 2012 ein Gesicht gab.
Doch damit ist es nun ebenso vorbei wie mit den großen Zeiten des Vereins. Dessen Wanderungen schlossen sich einst Hunderte Menschen an. Mehrtagesfahrten waren ausgebucht und Kurse wie Gesundheitsvorträge bei den mehr als 1000 Mitgliedern gefragt.
Die jüngsten größeren Veranstaltungen wie landesweite Fitness-Gesundheitskongresse liegen erst vier, fünf Jahre zurück. Für den ersten 2010 reiste Schirmherrin Marion Caspers-Merck, Präsidentin des bundesweiten Dachverbandes, an.
Heute zählt der Verein noch etwa 30 zahlende - einschließlich Familienmitglieder um die 50 - Mitglieder. Und die bringen es auf einen Altersdurchschnitt von über 70, schätzt Vorstandsmitglied Heinz Schlegel. Die Einnahmen deckten die Ausgaben gerade noch so, weshalb der Verein keine Zukunft mehr habe.
Und so blieb Kiesselmann nichts anderes übrig, als im Namen des Vereins allen zu danken, die den Verein unterstützt haben. Alleine hätten er und der Vorstand die Arbeit nicht schaffen können. Die Arbeit im Gremium habe immer gut geklappt - ebenso wie Partnerschaften etwa mit saarländischen Vereinen. Bitter für den Verein und seinen Vorsitzenden ist lediglich eines: die gescheiterten Bemühungen um eine neue Kneipp-Anlage.
Die 1978 eingeweihte vereinseigene Anlage am Dörrenbach war immer wieder verwüstet worden, so dass der Verein sie aufgab. Die Suche nach einem zentralen Standort für mehrere Kneipp-Becken führte mal in den Stadtpark, mal in die Nähe des Infozentrums des Naturparks Saar-Hunsrück. Doch sämtliche Vorschläge liefen ins Leere. 2008 schien mit dem inzwischen neu gestalteten Bahnhofsgelände endlich der passende Platz gefunden. Doch da war das Projekt aus finanziellen Gründen nicht mehr realisierbar.

Nach dem einstimmigen Mitgliederbeschluss wird beim Amtsgericht die Löschung des Vereins zum 31. Dezember 2015 beantragt. urs