Landesjugendorchester Rheinland-Pfalz brilliert in Konz

Landesjugendorchester Rheinland-Pfalz brilliert in Konz

Das Landesjugendorchester Rheinland-Pfalz hat rund 200 Besucher in der Konzer Festhalle begeistert. Der Beifall für das großartige Konzert mit Werken von Ludwig van Beethoven, Hidas Frigyes und Jean Sibelius fand kaum ein Ende.

Konz. Als "sinfonischer Tanz in den Mai" war das Konzert des Landesjugendorchesters Rheinland-Pfalz (LJO) in der Konzer Festhalle angekündigt. Doch statt Walzer von der Strauß-Familie oder barocker Hoftänze gab es Beethoven (Sinfonie Nr. 8), Fri gyes (Quintetto Concertante für Blechquintett und sinfonisches Orchester) und Sibelius ( Sinfonie Nr. 2).
Tänzerisch war es aber trotzdem. Beethovens Sinfonie bestach insgesamt durch eine beschwingte Geste. Speziell die Sätze zwei und drei haben volkstümliche und tänzerische Elemente wie zum Beispiel das Cello-Solo im Takt, in dem die Triolen zum Wiegen im Rhythmus einladen.
Dynamisch und präzise


Beeindruckend insgesamt die große dynamische Bandbreite und die außergewöhnliche Präzision im Zusammenspiel. Dirigent Klaus Arp hatte in der nur gut einwöchigen Probenphase hervorragende Arbeit geleistet.
Das zweite Stück des Abends, ein Blechbläserquintett mit sinfonischem Orchester des ungarischen Komponisten Hidas Fri gyes, war von gänzlich anderem Kaliber. Das 1986 entstandene Werk kombiniert Elemente des Jazz mit Spätromantik und Anleihen an Film- und Unterhaltungsmusik der 50er und 60er Jahre. Dank der Spielfreunde der insgesamt über 80 Musiker mit einem Durchschnittalter von 16 Jahren und Arps präzisem Dirigat kamen auch hier tänzerische Empfindungen nicht zu kurz.
Der von Besucherin Janna Kochsiek aus Trier als "schmusig" bezeichnete zweite Satz machte Lust auf einen eng umschlungenen "Blues". Die fünf Bläser brillierten in ihren Parts mit mal gestochen scharfen, mal butterweichen Tönen und sorgten im nicht ausverkauften Saal für erste Begeisterungsstürme.
Das Hauptwerk des Abends, die Sinfonie Nr. 2, D-Dur, op. 45, des finnischen Komponisten Jean Sibelius, lieferte dann endgültig den Beweis für die großartige Qualität des Orchesters. Kraftvoll, dramatisch, mit viel Energie im Blech und in den Streichern, mit glasklaren Holzbläsern und einer dynamisch breit gefächerten und äußerst präzisen Pauke - der Auftritt des LJO war mitreißend. Ein Tanzvergnügen ganz besonderer Art wäre es, passend zur Walpurgisnacht, für die Hexen am Brocken gewesen, wenn sie sich zu dieser Musik zu einem ekstatischen Besentanz in der Konzer Festhalle eingefunden hätten. Der jubelnde Beifall nach dem letzten Ton wollte nicht enden. Zum Gelingen des Konzertabends trug sicher auch die raffinierte Umwandlung der sonst eher spröden Sporthalle bei. Durch Zusatzbeleuchtung und das Platzieren des Orchesters auf niedrigen Podesten vor der eigentlichen Bühne wurde die Barriere zwischen Künstlern und Zuhörern abgebaut, und die Leidenschaft der Musiker erreichte die Konzertbesucher direkt und unmittelbar. jbo

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