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"Professionalität mit Bauchkribbeln"

"Professionalität mit Bauchkribbeln"

Mehr als 350 Zuhörer begeisterten sich beim Neujahrskonzert des Musikvereins St. Remigius Kirf für den Zauber von Trompetenklängen. Das 45-köpfige Orchester spielte erstmals unter seinem neuen Dirigenten Christian Deuschel in Saarburg.

Saarburg/Kirf. Seit einem Jahr schwingt Christian Deuschel den Taktstock beim Musikverein St. Remigius Kirf. Mit dem Neujahrskonzert in der Saarburger Stadthalle kam erstmals auch seine Heimatregion in den Genuss der Arbeit des Mannes, der im Saarländischen Staatsorchester Trompete spielt. Mit den 45 Musikern aus Kirf bot er ein sehr anspruchsvolles Programm.
"Mit Werken der berühmten Trompeter Harry James und Walter Scholz haben wir die Messlatte sehr hoch gehängt", verrät der Berufsmusiker dem TV vor dem Konzert. Jazz, Blues, die Polka und handfeste Rockmusik standen auf dem Programm.
In der ersten Reihe der Solotrompeter stand nicht nur der Dirigent selbst, sondern mit Akio Ogawa-Müller und Dominik Schugk zwei weitere studierte Instrumentalisten aus Saarbrücken und Detmold. Währenddessen spielte das Orchester ohne direkten Sichtkontakt zum Dirigenten - ohne Qualitätseinbußen.
"Unsere Musiker haben ihr Instrument zwar nicht studiert, gleichen das aber mit hoher Motivation, Fleiß und dem Willen zur Leistung aus", lobt Deuschel seine Musikanten. Im Musikverein Kirf spielen junge Musiker neben erfahrenen Instrumentalisten, das Alter reicht von zwölf bis 60 Jahren.
Auch fürs Auge hat das Orchester etwas getan. Bunte Lichtsäulen, die ständig ihre Farbe wechselten, zierten die große Bühne. Funkensprühende Feuerzauber sorgten für Knalleffekte. Bei "Trumpet by Candlelight" wurde ein Kerzenleuchter aufgestellt und das elektrische Licht aufs Notwendigste reduziert.
Weitere Solisten wie Christian Repplinger, Karl- Heinz Jakob, Peter Huber, Stefan Conzelmann und Thomas Hackenberger fanden sich immer im Lichtkegel eines starken Scheinwerfers wieder.
Ein Glanzstück der Rock- und Popgeschichte ist der grandiose Titel "Music" von John Miles. Hier fuhr das Kirfer Orchester die ganze Kraft der Dynamik auf, die dieses große Werk braucht. Mehr als 350 Zuhörer waren begeistert.
Unter ihnen Gernot Basten (48) aus Freudenburg. Er findet: "Das ist Professionalität mit Bauchkribbeln." Nicole Johannes (39) aus Saarbrücken war mit Sohn Hagen (8) waren eigens wegen Trompeter Dominik Schugk nach Saarburg gekommen. "Das ist mein Trompetenlehrer. Der spielt so schön", begeistert sich das junge Nachwuchstalent. doth