Saarburg, Stadt der Tiere

20 Künstler zeigen im und um das Amüseum bis Mitte Oktober Fotos und Skulpturen von Bären, Wölfen, Hunden und anderen Geschöpfen. Ihnen alles ist eines gemeinsam.

Saarburg Als Peter Hemmer aus Beu rig den riesigen Hundekopf neben dem Amüseum sieht, staunt er und sagt: "Der sieht ja aus wie meiner, der gefällt mir. Ich habe auch eine Dogge." Es ist ein Werk von Jean Lemmonier, einem von 20 Künstlern, die im Saarburger Amüseum und im Innenstadtbereich Fotos und Skulpturen von Tieren zeigen.
Zwölf der Plastiken stehen im Freien. Allen gemeinsam ist, dass sie sehr lebensecht wirken. Die Bilder des vielfach preisgekrönten Fotografen Vincent Munier zeigen Wild, Eisbären, Polarwölfe und Schneeeulen in freier Wildbahn, so, als wäre man direkt dabei. Im tiefen dunklen Wald steht der stolze Hirsch und atmet den Morgentau aus.
3000 Kilometer fuhr Galeristin Marie-Therese Boyrié aus der Partnerstadt Sarrebourg durch Frankreich, um die Werke bei den Künstlern einzusammeln und mit Hilfe der Bauhofmitarbeiter beider Städte in Saarburg aufzubauen. Bürgermeister Jürgen Dixius dankte bei der Vernissage für diese Idee: "Jetzt prägen nicht nur Menschen, sondern auch Tiere das Stadtbild."
Bernadette Pauizzi, Partnerschaftsbeauftragte von Sarrebourg, ist froh, diese Ausstellung präsentieren zu können: "Seit zwei Jahren ist die Partnerschaft auch auf die Kultur ausgeweitet worden, und Saarburg eignet sich ganz besonders für solch eine Ausstellung."
Die Künstler, deren Werke gezeigt werden, hat Galeristin Marie-Therese Boyrié allesamt unter Vertrag. Davon wird auch die Partnerstadt Sarrebourg profitieren. Dort wird es ab 16. Juli eine Partnerausstellung ebenfalls mit dem Titel "Tiere" ("Animaux") geben. Laut Sabine Repplinger vom Amüseum werden dabei weniger Plastiken draußen gezeigt, da die französische Partnerstadt in den vergangenen Jahren bereits viele Kunstwerke dauerhaft im Freien platziert hat.
Hadrien David aus Paris war als einziger Künstler anwesend. Ihm haben es Katzen jeder Größe, Eisbären und Flusspferde angetan, die sehr plastisch und lebendig wirken. Der 36-Jährige sagt: "Ich lege großen Wert auf Dynamik." Immer sind seine Figuren in Bewegung. Besonders die Katzen laufen sehr schnell. Der Schneeleopard fliegt fast, so wie er auf dem Schwanz stehend aussieht. Sein Flusspferd ist zwar dick, aber trotzdem elegant. Der Künstler sagt: "Es muss ja stromlinienförmig sein, um gut schwimmen zu können."
Alle Tiere sind stolze Persönlichkeiten. Niemand lassen sie kalt, auch nicht Sonja Cüpper aus Saarburg. Sie ist sicher: "Auf diese Kunst haben viele Menschen gewartet."
Am Schimpansen von Bernard und Arnaud Bessoud stehen die Fotografen Schlange. Jeder zückt seine Kamera und will den besonderen Ausdruck dieses Tieres, mit dem der Mensch so viel gemeinsam hat, einfangen.
Die Künstler: Vincent Munier: Fotos; Jacques Victor Andre: Baum; Michel Bassompierre: Amazone, Der Zirkus; Arnaud und Bernard Bessoud: Kampf des Gnus, Der Büffel; Jean Marc Bodw: Der Späher, Traum von Honig; Bruno Cognée: Das Rennen, Der Sprung; Damien Colombet: Aristote und das Chamäleon, Afrikanischer Elefant; Charles Favard: Der Kondor, Steigendes Pferd; Denise Geisen: Die Hummeln und die Mustangs, Großer Abflug; Florence Jacquesson: Fragment einer weißen Löwin, Fragment eines Gorillas; Jivko: Der Stier, Der fröhliche Hahn, Zerbrechlichkeit. Im Außenbereich: Michel Bassompierre: Die Lachse; Bernard und Arnaud Bessoud: Der Schimpanse, Der große Kudu; Hadrien David: der Schneeleopard, Die Matriarchin; Jean-Francois Gambino: Der Baum; Arnaud Kasper: Das Duell der Pferde, Der Vogelmensch, Pferdekopf auf einem Felsen; Jean Lemmonier: Kopf einer Dogge, Bärin und ihr Junges. Die Kunstwerke kosten zwischen 2500 und 120 000 Euro.
Das Museum: Das Amüseum in der Saarburger Innenstadt ist täglich, außer samstags, von 11 bis 16 Uhr geöffnet.