"Unvorsichtig, aber nicht dramatisch"

"Unvorsichtig, aber nicht dramatisch"

HERMESKEIL. Der erste Schreck hat sich gelegt, jetzt steht die Frage im Vordergrund, wie es zu dem Beinahe-Unfall mit Schülern auf den Schienen der Hochwaldbahn (der TV berichtete) kommen konnte.

Schulleiter Karl-Heinz Wortmann bestätigte dem TV gestern, dass es eine fünfte Klasse des Hermeskeiler Gymnasiums war, die am Mittwoch gegen 8.30 Uhr bei einer Wanderung zwischen Hermeskeil und Nonnweiler mitten auf den Gleisen marschierte, als ein Zug der Hochwaldbahn auf seiner planmäßigen Fahrt auf die Gruppe zurollte. Einen Zusammenprall mit möglicherweise verheerenden Folgen für die zehn- und elfjährigen Mädchen und Jungen habe nur die Schnellbremsung des Lokführers verhindert, betont der Betreiber der Strecke, die HWB-Verkehrsgesellschaft, die den TV über den Vorfall unterrichtet hatte."Situation war nicht so dramatisch"

Zwar findet auch Wortmann deutliche Worte der Kritik und spricht von einem "unvorsichtigen Vorgehen", das sich nicht wiederholen dürfe. Der betroffene Lehrer habe ihm gegenüber jedoch betont, "dass die Situation nicht so dramatisch gewesen ist, wie sie geschildert wurde", sagte der Schulleiter weiter. Der Schienenbus sei demnach in größerer Entfernung von der Gruppe zum Halten gekommen. Auch von einem Schaden an dem Triebwagen, den die Hochwaldbahn auf 1200 Euro schätzt, habe der Pädagoge nichts bemerkt. Das Betreten der Bahnanlagen ist ausdrücklich verboten. Darauf weisen entlang der Strecke mehrere Warnschilder der Hochwaldbahn hin. Trotzdem scheint es nicht unüblich zu sein, dass auf den Schienen gewandert wird. Die Frage, mit welchen Konsequenzen der Lehrer rechnen muss, beantwortete Wortmann gestern mit "momentan keine". Der Rektor des Gymnasiums kündigte aber für Anfang der nächsten Woche eine Dienstbesprechung an, "in der dieses Thema zur Sprache kommen wird". Seitens der Schulaufsicht bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier war gestern keine Auskunft zu bekommen, ob ein solcher Vorfall dienstrechtlich geahndet wird.

Die 150 PS starken Schienenbusse der Hochwaldbahn verkehren meistens nur an Feiertagen und am ersten Sonntag im Monat. Hin und wieder gibt es auch gebuchte Ausflugsfahrten für Vereine und Firmen. Auch Güterzüge rollen auf der Strecke. Meist sind es Holztransporte oder Züge zum Rüstungshersteller Diehl ins nahe gelegene Nonnweiler-Mariahütte. Mit höchstens 50 Stundenkilometern dürfen die Züge auf der 1897 eröffneten Strecke fahren.