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Kultur
Kraftvolles Ende der Mozartwochen Eifel

Die Junge Philharmonie der Ukraine Lemberg.
Die Junge Philharmonie der Ukraine Lemberg. FOTO: TV / Eva-Maria Reuther
Daun. Die Junge Philharmonie der Ukraine aus Lemberg begeistert im Forum Daun.

In diesen Tagen war das mehr als ein Konzert. Im Rahmen der Mozartwochen Eifel war die junge Philharmonie der Ukraine aus Lemberg im Forum Daun. Angesichts der schwierigen politischen Verhältnisse in der ehemaligen Sowjetrepublik wurde ihr Konzert mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart zum hoffnungsfrohen Signal und Solidaritätsaufruf. „Frieden, Kraft und Glück“ wünschte  mit Hinweis auf die politische Lage der Dauner Stadtbürgermeister Martin Robrecht den jungen Musikern. „Sie sind hervorragende Botschafter Ihres Landes“ sagte er.

Die Verbindung Mozart-Lemberg ist alt. Franz Xaver Wolfgang, der  Sohn des Komponisten, war in der ukrainischen Stadt als Pädagoge und Komponist tätig. Die energische Ouvertüre zu Mozarts „Schauspieldirektor“ eröffnete den Abend. Bereits da, aber vor allem im letzten Stück, Mozarts bekannter Sinfonie Nr.40 g-Moll KV 550,  zeigte sich, was den Charme wie die Stärke dieses Orchesters ausmacht. Kraftvoll, spielfreudig und engagiert mit schlanken, strahlenden Geigen präsentierten sich die jungen Musiker unter der zugewandten Leitung von Georg Mais. Wer mag sich da an ein paar Ungereimtheiten aufhalten.

Als Solist des berühmten Klarinettenkonzerts A-Dur KV 622 war Felix Löffler zu Gast. Der Klarinettist trieb gleich im ersten Satz unter hochexpressivem Körpereinsatz der Musik alle Melancholie aus und verpasste der anmutigen Komposition eine holzschnittartige Anmutung. Seelenvoll und im beredten Dialog mit dem Orchester erklang  das wunderbare Adagio. Zum Schluss dann Mozarts Sinfonie, deren letzter Satz mit ihrem furiosen Geigengewitter allein den Abend lohnend gemacht hätte. Da kam Widerstand, Entschlossenheit und unbändige Kraft aus der Musik. Ein hoffnungsfroher Schluss dieses vorletzten Festival-Konzerts, das die 180 Besucher mit langem Beifall und Standing Ovations würdigten.

Robrecht dankte den Musikern mit launigen Worten, die zuweilen karnevalistische Anklänge hatten. Auch die sechste Ausgabe der Mozartwochen Eifel  kann als Erfolgsgeschichte verbucht werden. Zufriedenheit herrscht bei den Veranstaltern. Die Strategie hat sich bewährt. Das Programm kam an. „Ich bin begeistert über die Resonanz“, freut sich Georg Mais, der künstlerische Leiter. 2800 Karten seien verkauft worden, berichtet mit Stolz Geschäftsführer Georg Sternitzke. Dabei war die Platzkapazität reduziert, nachdem die Prümer Basilika wegen Restaurierung als Spielort ausfallen musste.

Die Hälfte der Konzerte, die ebenso in den Zentren der Eifel wie an kleineren Spielorten präsentiert wurden, seien  ausverkauft gewesen, der Rest meist bis auf wenige Plätze – so Sternitzke. Auch aus dem Publikum ist Lobendes zu hören. „Eine Bereicherung für die Eifel und ein sehr reizvolles Projekt“, sagt ein Besucher in Daun. In drei Jahren soll es weitergehen.  Der musikalische Anspruch soll erhalten bleiben. „Nur Qualität setzt sich dauerhaft durch“, davon ist Mais überzeugt. Und überhaupt kommt der Badener aus Überlingen gern in die Eifel. „Ich liebe die Mentalität und die Lebensart hier“, sagt er.