Perlende Läufe

Ein glänzender Abend: in der Luxemburger Philharmonie waren das Cleveland Orchestra und die Pianistin Mitsuko Uchida zu Gast. Mit dem großartigen Cleveland Orchestra ist die Japanerin nach Luxemburg gekommen, um Beethovens berühmtes Klavierkonzert Nr.4 in g-Dur zu spielen.

Als klar formulierten Gedanken spielt Uchida die berühmten ersten fünf Solo-Takte, um dann mit vor der Brust gekreuzten Armen zu lauschen, was ihr das Orchester antwortet. Und gleich da wird eindrucksvoll die fast legendäre Dialogkultur der Clevelander deutlich, die nicht zuletzt auch diesen Abend zu einem Erlebnis macht. Wunderbar perlen Uchidas Läufe im Allegro. Gedankenverloren spielt sie das Andante mit der Kadenz, versunken im Klang. Irritierend handfest, fast wütend, verwandelt sie zum Ende das übermütige Schlussrondo in eine Art Befreiungsschlag. Sanglichkeit und Witz, die große Stärke des Wiener Dirigenten Franz-Welser-Möst. Das wird auch nach der Pause in den Charakterbildern von Franz Liszts "Faust Sinfonie" deutlich, die ohne Schlusschor in der ursprünglichen Fassung aufgeführt werden. Ein wenig arg theatralisch das Psychogramm des Faust. Ein Kleinod an Witz und Geist: der "Mephisto". Kaum enden wollender Applaus. hpl/jöl

Eva-Maria Reuther

kurzkritik: mitsuko uchida in luxemburg

Perlende Läufe

Ein glänzender Abend: in der Luxemburger Philharmonie waren das Cleveland Orchestra und die Pianistin Mitsuko Uchida zu Gast. Mit dem großartigen Cleveland Orchestra ist die Japanerin nach Luxemburg gekommen, um Beethovens berühmtes Klavierkonzert Nr.4 in g-Dur zu spielen. Als klar formulierten Gedanken spielt Uchida die berühmten ersten fünf Solo-Takte, um dann mit vor der Brust gekreuzten Armen zu lauschen, was ihr das Orchester antwortet. Und gleich da wird eindrucksvoll die fast legendäre Dialogkultur der Clevelander deutlich, die nicht zuletzt auch diesen Abend zu einem Erlebnis macht. Wunderbar perlen Uchidas Läufe im Allegro. Gedankenverloren spielt sie das Andante mit der Kadenz, versunken im Klang. Irritierend handfest, fast wütend, verwandelt sie zum Ende das übermütige Schlussrondo in eine Art Befreiungsschlag. Sanglichkeit und Witz, die große Stärke des Wiener Dirigenten Franz-Welser-Möst. Das wird auch nach der Pause in den Charakterbildern von Franz Liszts "Faust Sinfonie" deutlich, die ohne Schlusschor in der ursprünglichen Fassung aufgeführt werden. Ein wenig arg theatralisch das Psychogramm des Faust. Ein Kleinod an Witz und Geist: der "Mephisto". Kaum enden wollender Applaus. hpl/jöl Eva-Maria Reuther