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Luxemburg setzt auf Dialog mit Mainz

Luxemburg setzt auf Dialog mit Mainz

Antrittsbesuch in Trier: Die neue luxemburgische Ministerin für Familie, Integration und Großregion, Corinne Cahen, sprach beim traditionellen Empfang des Luxemburger Honorarkonsuls Franz-Peter Basten im IHK-Tagungszentrum. Fazit: Ein neues Gesicht, aber wenig neue Inhalte.

Trier. Seit Jahren pflegt die "diplomatische Vertretung" Luxemburgs in Trier rund um den Nationalfeiertag des Großherzogtums einen Spitzenpolitiker aus dem Nachbarland zu präsentieren. In der Regel waren das alte Bekannte aus der jeweiligen Regierung, oft Parteifreunde des bestens vernetzten Honorarkonsuls, des ehemaligen CDU-Politikers Franz-Peter Basten.
Doch nun ist alles anders in Luxemburg, die Christdemokraten sind in der Opposition, die meisten "Neuen" aus der blau-rot-grünen-Koalition hierzulande völlig unbekannte Größen. So mancher vermutete gar, die neue Regierung werde das Honorarkonsulat von der Agenda streichen. In der kurzen Ansprache der neuen Ministerin Corinne Cahen war freilich von solcherlei Intentionen nichts zu spüren. Die liberale Politikerin sang das bewährte Loblied auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Saar-Lor-Lux-Region, die "einzigartig" sei. Es gebe ein "großes Entwicklungspotenzial".Spannende Untertöne


Spannender waren die Untertöne. Cahen ließ deutlich erkennen, dass die neue Luxemburger Regierung verstärkt auf die bilaterale Zusammenarbeit mit Rheinland-Pfalz setzt. Auf dieser Ebene seien "Projekte oft schnell zu realisieren". Was auf der Großregion-Ebene inklusive Frankreich und Belgien wohl niemand behaupten würde.
Die Themen, die den Luxemburgern auf den Nägeln brennen, sind offensichtlich: Cahen ging vor allem auf die Verkehrspolitik ein, betonte die Notwendigkeit der Aktivierung der Trierer Bahn-Weststrecke. Kein Wort zum Moselaufstieg, den frühere Luxemburger Minister nie zu erwähnen vergaßen. Aus Luxemburg scheint es in diese Richtung keinen Druck mehr zu geben.
Weitere Schwerpunkte der Ministerin für die Großregion: Abgestimmtes Vorgehen im Gesundheits- und Pflegebereich, gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen, stärkere Vernetzung in Bereichen wie Kultur und Hochschule.
Eine deutliche Verbesserung erwartet Cahen von der geplanten Bündelung aller großregionalen Einrichtungen in einem "Gipfel-Sekretariat".
Am Ende dieser Entwicklung steht ein hehres Ziel: Die Luxemburger Ministerin strebt eine "europäische Monopolregion" an, die einen Platz in der zweiten Liga einnehmen soll, hinter den ganz großen Ballungszentren.
Solche Perspektiven machten das Publikum kurzfristig sprachlos. Jedenfalls gab es keine Wortmeldungen, als Franz-Peter Basten die rund 50 Teilnehmer des Empfangs zu Fragen einlud. Die anwesenden Landtagsabgeordneten, Landräte, Beigeordnete, Bürgermeister, Hochschulpräsidenten und Wirtschaftsvertreter zogen es vor, Corinne Cahen in den anschließenden Gesprächen in lockerer Runde näher kennenzulernen. DiL