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Milchquote: Deutschland kapituliert vor EU-Mehrheit

Milchquote: Deutschland kapituliert vor EU-Mehrheit

Schlechte Nachricht für die deutschen Milchbauern: Die Bundesregierung streicht im Streit für ein knappes Milchangebot in Europa die Segel. Derweil ruft der Bundesverband der Deutschen Milchviehhalter (BDM) in der Region zu Kundgebungen vor den Molkereien auf.

(dpa/fpl) Die deutschen Milchbauern dürfen nicht darauf hoffen, dass ihnen die EU bei der Milchquoten-Regelung entgegenkommt. Am Rande eines Treffens der EU-Agrarminister sagte Staatssekretär Gert Lindemann am Montag im schwedischen Växjö, es zeichne sich weiter keine Mehrheit ab, die beschlossene Ausweitung der Produktion im kommenden Jahr auszusetzen. Deutschland verspricht sich von einem knapperen Angebot – also einer geringeren Milchquote – höhere Preise. „Das bringt nichts, mit dem Kopf immer wieder gegen die Wand zu laufen, wenn man sich schon eine blutige Nase geholt hat“, sagte Lindemann.

Indes hat der BDM für Dienstag zu einer Kundgebung vor dem Betriebsgelände der Milch-Union Hocheifel (Muh) in Pronsfeld (Eifelkreis Bitburg-Prüm) aufgerufen. Die Bauern wollen Milch aus Güllefässern auf einen Acker kippen. „Wir rechnen mit mehreren hundert Teilnehmern“, sagt Kurt Kootz, BDM-Landesvorsitzender aus dem Eifelort Obergeckler. Die Kundgebung beginne um 10.30 Uhr und sei Teil einer bundesweit laufenden Aktion. Nach der „Muh“ ist die Hochwald-Molkerei in Thalfang (Landkreis Bernkastel-Wittlich) an der Reihe: Dort wollen die Bauern am Mittwoch demonstrieren, von 12 bis 14 Uhr.

Für Aufsehen sorgte unterdessen am Montagabend ein Vorfall im bayerischen Lauterhofen, wo Bauern für einen höheren Milchpreis demonstrierten: Der CSU-Bundestagsabgeordnete Alois Karl ohrfeigte eine Bäuerin , die ihn zuvor mit mehreren Litern Milch überschüttet hatte. Die 40-jährige Bäurin, die nach eigenen Angaben im Krankenhaus behandelt werden musste, denkt nun über eine Anzeige nach.