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Beim ökumenischen Aschermittwoch in Wengerohr wurde die Ausstellung von Peter Böhnisch eröffnet.

Kultur : Künstlerische Augenblicke 

Beim vierten ökumenischen Aschermittwoch in der Autobahnkirche St. Paul wurde die Ausstellung des Malers Peter Böhnisch aus Berlin eröffnet.

Der volle und doch sanfte Klang des Tenorsaxofons erfüllte den Raum der Autobahnkirche St. Paul. Ihr Förderverein hatte zu einem etwas anderen Gottesdienst eingeladen. Er war ökumenisch, geleitet von Pater Ralf Huning und Pfarrer Johannes Burgard, er wurde musikalisch von Carlos Wagner am Sopran- und Tenorsaxofon und von Johannes Still am Piano begleitet. Und der Künstler Peter Böhnisch eröffnete seine Bilderausstellung während des Gottesdienstes.

„Das ist in der Form mit ökumenischem Gottesdienst samt Aschenkreuz, Ausstellungseröffnung und musikalischer Umrahmung in der Region einmalig“, sagt Wolfram Viertelhaus, Vorsitzender des Fördervereins Autobahnkirche St. Paul. Peter Böhnisch, Jahrgang 1977 aus Berlin, formulierte seine Gedanken so: „Musik passiert im Augenblick und geht direkt ins Herz“, und band so seine Kollegen in das Gesamtkonzept des Abends ein. Seine eigenen Werke entstanden mit einer selbst entwickelten Sandtechnik. Sie versuchen, in Gesichtern dem Augenblick Ausdruck zu verleihen. In einem seiner Bilder hat er beispielsweise versucht, mit einer Linie etwas Wesentliches einzufangen, in einem anderen hat sich ein Käfer in einem Auge eingenistet. Nachher sah es aus, als sei es eine Träne. Die Natur, die Auseinandersetzung mit dem eigenen „Ich“, dem Tod und der Unbegreiflichkeit des Universums inspirieren ihn in seiner Kunst. „Das Staunen in der Natur, der Moment, in dem man nur schaut, versuche ich in meinen Bildern auszudrücken“,  erklärte Peter Böhnisch. Seine persönliche Sicht auf seine Kunst schloss er mit einem Gedicht von Rainer Maria Rilke das den Titel „Du musst das Leben nicht verstehen“ trägt.

Die beiden Musiker trugen das Ihre zu einem interessanten Abend bei. Sie spielten, sowohl Literatur aus dem Gotteslob, bei dem die Menschen, in der fast vollbesetzten Kirche, mitsingen konnten, als auch Improvisationen über verschiedene Titel. Dabei gab es sanfte Melodiebögen, die vom Saxofon umspielt wurden, treibende Klaviersätze, lebendige Swing-Phrasierungen und ruhige, schon fast meditative Momente. Zum Abschluss gab es von Engelbert Humperdinck den Abendsegen aus „Hänsel und Gretel“. Denkanstöße kamen auch von Pfarrer Johannes Burgard, der davon sprach, dass der Begriff „Augenblick“ davon kommt, dass man sich in die Augen blickt und so den Anfang einer Beziehung möglich macht. In der Lesung, dem ersten Brief Paulus an die Korinther, geht es um die Liebe, ohne die man nichts wäre. Johannes Burgard meinte: „Auch im Karneval und in der Fastenzeit stellen sich die Fragen, fühle ich mich wohl in meiner Haut oder wie und als was sehen mich die Menschen.“ Nach diesen vielen verschiedenen Eindrücken nahmen sich die Besucher noch einige Augenblicke Zeit zum Austausch.

Die Ausstellung ist während der österlichen Bußzeit zu den Öffnungszeiten der Kirche von 9 bis 18 Uhr zu sehen.