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Bernkastel-Kues erntet Lob und Kritik

Bernkastel-Kues erntet Lob und Kritik

Cochem oder Bernkastel-Kues, welche Stadt hat Touristen mehr zu bieten? Der TV und die Rhein-Zeitung haben nachgefragt. Ein Ergebnis: Vor allem die Cafés in Bernkastel-Kues kommen gut weg.

Bernkastel-Kues/Cochem. "Da gibt\'s nichts: Der Stadtkern von Bernkastel ist mit seinem von herrlichen Fachwerkbauten umrahmten Markt, den verwinkelten Gassen und den wunderschön restaurierten Häusern, besonders bis hoch in die Burgstraße, sicherlich die schönste Stadt an der Mosel", sagt Gabriele Brennan aus Lieg bei Treis-Karden (Kreis Cochem-Zell). Und sie kann sich eine Meinung erlauben, denn ihre Mutter stammt aus Bernkastel, ihr Vater aus Cochem.
Viele Billigläden


Schön sei auch, dass die Stadt in keine Blickrichtung hin verbaut wurde. "Ein Glück, dass das Cusanus-Stift und das ehemalige Hotel Drei Könige den Blick auf die ansonsten uninteressante Kueser Seite etwas verschönert."
Eine Schande für die Stadt seien allerdings "die vielen Billig-Textilläden und das Überangebot an Souvenierläden mit dem schlimmsten Angebot von Kitsch - als Entschuldigung, dass alle Läden auch sonntags aufbleiben dürfen". Einladend seien wiederum die vielen guten Restaurants und Straßen-Cafés.
Landschaftlich seien Cochem und seine Umgebung viel schöner als die Mosel um Bernkastel-Kues. "Auch wenn von dem schönen Markt ein paar sehenswerte, recht dunkle Gässchen abzweigen, hat man die Stadt in kurzer Zeit durchlaufen." Wer gut zu Fuß sei, könne sich noch am Aufstieg zur Burg und zum Klösterchen erfreuen, "aber sonst fehlt dem Stadtkern irgendwie der Charme im Vergleich zu Bernkastel."
Allerdings seien die Cochemer "irgendwie netter, freundlicher und viel herzlicher als Bernkasteler". Die seien "boatzig".
Gerhard Lenssen aus Bernkastel-Kues hält die Mauer, die das Cusanusstift umfasst, für einen Schandfleck in seiner Heimatstadt. "Vor und hinter der Mauer begrüßen die Besucher Müll, jede Menge Zigarettenfilter und Konservendosen, die wochenlang da vor sich hingammeln. Ein kleiner Abfallkorb, der fast immer überquillt, krönt das Idyll."
Motorradfahrer Valerius Mies aus Treis-Karden sagt: "Beide Städte haben Sehenswertes und auch sehr viel Kulinarisches zu bieten." Eltern mit Kindern ziehe es mehr auf Burgen und zur Sesselbahn. "Andere lieben Fachwerk, enger Gassen, kleine Cafés und Boutiquen, wie in Bernkastel-Kues in vielfältiger Art vorzufinden sind."
Für Bikerfahrer seien in Bernkastel-Kues markierte Abstellplätze am Moselufer geschaffen worden - die aber inzwischen nicht immer ausreichten. "In Cochem muss man als fremder Bikerfahrer lange suchen, man wird keinen speziell für Biker markierten Abstellplatz finden. Das ist sehr negativ." Auch die vielen Wildparker dort seien störend.
Tolle Vinothek


Gerhard Schommers aus St. Aldegund macht auf das Cusanus-Stift in Bernkastel-Kues aufmerksam sowie auf "die tolle Vinothek und das völlig andere Weinmuseum. Das fehlt nach meiner Kenntnis in Cochem". In jedem Fall sollte man die Städte besuchen, wenn die Touristenströme noch nicht eingesetzt haben oder wieder abflauen.
Gabriele Brennan erinnert sich daran, dass das "Geköppel" ihrer Eltern darüber, welcher Ort schöner sei, jedes Mal mit dem Satz geendet habe: "Gut, dann ist es eben Beilstein." uq