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Bodenständige Kicker

GUTENTHAL. Die schönste Nebensache der Welt kommt einer ganzen Gemeinde zu Gute. 25 Thekenkicker stürmen, was das Zeug hält, und fördern damit intensiv den Zusammenhalt im Ortsgeschehen. ARRAY(0x3aa4ce540)

Der Anstoß für die Gründung einer Thekenmannschaft war vor fünf Jahren die Eröffnung des Gutenthaler "Kneippchens". 25 Gutenthaler Eigengewächse im Alter von 16 bis 40 Jahren schlossen sich zusammen, um dem runden Leder nach zu jagen. "Die Idee bestand schon länger, und mit dem Kneippchen hatten wir endlich unser Trainingsgelände", erinnert sich Torwart Tobias "Buffon" Thees. Ähnlich wie in der DFB-Zentrale in Frankfurt übernahm mit Andreas Erz und Sebastian Leinen eine "Doppelspitze" die Team-Geschäfte. Taktisch wohlüberlegt organisieren und veranstalten die Hobbykicker Feierlichkeiten, die dem ganzen Ort zu gute kommen. "Wir wollen Gutenthal etwas zurück geben", gibt Spielmacher Andi Schneider die taktische Marschrichtung vor. Vor einiger Zeit übergaben sie 200 Euro aus dem Erlös der St.-Antonius-Kirmes an Ortsvorsteher Lorenz Gemmel zur Anschaffung von neuen Spielgeräten für den Spielplatz. "Der örtliche Nachwuchs liegt uns besonders am Herzen", sagt Andreas Erz. Der jährliche Spielplan der Thekenkicker ist zweigeteilt. Auf rund zehn Turnieren sind sie gern gesehene Gäste, und bei den innerörtlichen Veranstaltungen sind sie, getreu dem WM-Motto "Zu Gast bei Freunden", erstklassige Gastgeber. Neben der Kirmes führen sie auch die Hexennachtparty durch und planen bereits für die "Gutenthaler Rocknacht" im Herbst. Bei der traditionellen Vereinsdorfmeisterschaft am Vatertag spalteten die Kicker die Gemeinde in zwei Fanlager. "Baldenau spielt gegen die Überbächer", freut sich Erz auf einen wahren "Historien-Kick". Die Ortschaft war früher durch den Verlauf des Brühlbachs gespalten. Ein Teil des Ortes gehörte dem Vogt von Hunolstein, die andere Seite dem Kurfürsten von Baldenau. "Diese Geschichte soll mit einem Fußballspiel auf dem Bolzplatz noch einmal aufleben", so Erz, der sich aber sicher ist, dass die Gemeinde in der dritten Halbzeit wieder an einem Strang ziehen wird. Offensiv ausgerichtet blicken die Thekenkicker auch in die Zukunft. "Wir wollen eventuell kommendes Jahr ein Turnier für Freizeitmannschaften ausrichten", gibt Erz bekannt. Ein Internetauftritt soll für noch mehr Medienpräsenz sorgen, damit "ihr geliebter Heimatort in aller Munde bleibt".ts/bre