Glaube im Alltag

Bei der Vorbereitung der Ökumenischen Schöpfungstagswanderung gehe ich durch die Felder rund um Wittlich und frage mich, was es heißt, Gottes Schöpfung zu bewahren? Ich sehe etliche Maisfelder und frage mich, wie viel Anbaufläche in der Region genutzt wird, um erneuerbare Energie zu gewinnen und wie viel darauf verwendet wird, Nahrungsmittel herzustellen? In welchem Verhältnis zueinander steht die Nutzung der Flächen für Nahrungsmittel und für erneuerbare Energie? Was wird derzeit als wichtiger und damit gewinnträchtiger eingestuft: das, was auf den Teller kommt oder das, was an Energie verbraucht wird? Und weiter frage ich mich, wie hoch eigentlich mein eigener Energiebedarf ist? Wie wohne ich, mit welcher Energieform und wie viel heize ich, was verbrauche ich an Strom, wie ist dieser erzeugt worden, welche Nahrungsmittel kaufe ich ein, welche Wege haben diese zurückgelegt, wie sind sie produziert worden, wer hat sie unter welchen Bedingungen produziert, wie viel Energie verbrauche ich, um mobil zu sein in der Arbeit - wie viel CO{-2}-Emission verbrauche ich am Tag, in der Woche, im Jahr, um zu leben? Und was verbraucht ein Mensch in einem Land der südlichen Halbkugel unter schwierigsten Lebensbedingungen, durch dessen Hände Arbeit ich hier versorgt werde? Es sind Fragen, die mich in die Fairen Wochen 2012 begleiten, die in diesem Jahr in unserer Region unter dem Thema stehen: "Energiebedarf und Möglichkeiten erneuerbarer Energie". Die Veranstalter laden dazu ein, sich den eigenen Energiebedarf und Formen der Energieeinsparung bewusst zu machen und mit Fachleuten über die Möglichkeiten erneuerbarer Energie ins Gespräch zu kommen.

Was heißt also für mich, Gottes Schöpfung zu bewahren: auch mal das Auto stehen zu lassen, möglichst regional einzukaufen und für eine nachhaltige Energiewirtschaft zu stimmen, die Auswirkungen hat auf Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung in der Einen Welt. Christiane Friedrich, Pastoralreferentin im Dekanat Wittlich