Gymnastik, Gesang und Gespräch

KLEINICH. Sie suchen die Geselligkeit: Dank einer ehrenamtlichen Initiative Kleinicher Frauen treffen sich Senioren aus dem Kirchspiel und den Nachbargemeinden alle drei Monate zu Gesang, Gymnastik und Gespräch.

Erst die Hände hochrecken, dann die Füße strecken und zu guter Letzt das Gleiche noch mal im Wechsel. Konzentration ist schon gefragt, wenn sich in Kleinich ältere Menschen aus dem Ort und der Umgebung zum Seniorennachmittag treffen. Doch bei aller sportlicher Anspannung zählt für die Runde vor allem eines - die Geselligkeit. Das haben die Initiatoren auch beabsichtigt mit ihrer Idee, viermal im Jahr ein solches Treffen zu organisieren. Gesellschaft ohne Grenzen

Das Programm des bisher zum zweiten Mal ehrenamtlich ausgerichteten Nachmittags ist proppevoll. Nach einer kurzen Andacht und der Gymnastik mit "Schmetterlingstanz" im Sitzen gibt es allerdings erst mal ein Päuschen bei Kaffee und Kuchen. Doch kaum sind die ersten Stücke verzehrt, gehts auch schon weiter. Denn Liesel Franz, Mundartautorin aus Raversbeuren, ist auch dieses Mal mit dabei, um die Runde mit ihren "Melodien des Lebens in Dur und in Moll" zu begeistern. Ohne Gage wohlgemerkt - einfach, um Freude zu bereiten. Zum Ausklang des Nachmittags singen alle gemeinsam einige Lieder. Leni Röhrig ist wie alle anderen der gut 30 Gäste von den Treffen angetan. "Das ist wirklich schön und abwechslungsreich", würdigt die 88-Jährige das ehrenamtliche Engagement. Die Idee dazu ist laut Ehrenamtlerin Elsbeth Schmidt im vor fünf Jahren begründeten Besuchsdienstkreis geboren worden. Dieser hat sich das Ziel gesetzt, ältere Mitmenschen im Krankenhaus oder zu Hause regelmäßig zu besuchen. Außerdem bieten die Frauen, von denen drei eine Hospizausbildung einbringen, zur Unterstützung von Angehörigen Sterbebegleitung an. Dies beinhalte allerdings keine Pflege, so Schmidt. Mit den Seniorennachmittagen wollen die ehrenamtlichen Helferinnen ganz bewusst einen größeren Personenkreis erreichen. "Damit die mal von zu Hause wieder in die Gesellschaft kommen", erläutert Sabine Kirst, die wie Irene Klinke, Hiltrud Rutschmann und Elena Schmidt zum Team gehört. Mit im Boot ist aber auch Pfarrer Stefan Haastert, der den Einsatz hoch anrechnet. "Ich bin sehr froh, dass sich die jungen Frauen so engagieren und dass sie einfach gesagt haben, wir machen das." Das Angebot gilt nicht nur für Bürger aus dem Kirchspiel Kleinich, zu dem auch Hochscheid zählt. Auch die Senioren der Kirchengemeinden Horbruch, Hirschfeld und Krummenau sind eingeladen. Die Treffen im evangelischen Gemeindesaal sind folglich auch kleine grenzenüberschreitende Feste, bei denen Menschen aus vier Landkreisen zusammen kommen.

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