Hahn füllt Hotels nicht

SIMMERN. (pk) Nur 18 Prozent der Urlauber kommen am Hahn an, während 82 Prozent ihn nutzen, um in den Süden zu fliegen. Fachleute sind sich einig, dass im Ausland mehr Werbung für die Region gemacht werden muss.

"Wenn es Brei regnet, soll man den Löffel hinhalten", sagt ein Sprichwort. Dass es in der Region um den Flughafen Frankfurt-Hahn schon Brei regnet und in Zukunft noch stärkere "Niederschläge" zu erwarten sind, davon sind viele Kommunalpolitiker überzeugt. Für den Tourismus stellt sich der Simmerner Kreistag schon länger die Frage, ob die Region das durch den Hahn ermöglichte Potenzial hinreichend nutzt. Antworten erhoffte sich das Parlament von Tourismus-Fachleuten. Die Referate von Ute Patt (Naheland-Touristik), Claudia Schwarz (Tal der Loreley) und Jörn Winkhaus (Hunsrück-Touristik) machten deutlich: Bisher fällt im Tourismus der Brei nicht so dick auf Hunsrück, Nahe, Mosel oder Rhein wie häufig angenommen. 82 Prozent der Urlauber nutzen den Hahn, um in vornehmlich südliche Gefilde zu fliegen, aber nur 18 Prozent kommen hier an. Lediglich einer von 100 Gästen, die in Rheinland-Pfalz übernachten, sind über den Flughafen Hahn ins Land gekommen. Obwohl die Gesamtzahl der Fluggäste auf mittlerweile drei Millionen pro Jahr gestiegen ist, hat sich an diesen Zahlen wenig geändert. Es kamen zwar mehr ausländische Gäste, die aber weniger lange blieben. "Unser größtes Problem ist, dass die Region insgesamt bekannter gemacht werden müsste", resümierte Landrat Bertram Fleck. Wie dies geschehen könnte, erläuterten die Tourismus-Geschäftsführer. Hauptsächlich mit Hilfe von EU-geförderten Programmen wie DART (Entwicklung von aktiven Regionen und nachhaltigem Tourismus), Interreg IIIb (Förderung räumlicher Integration in der EU durch Zusammenschlüsse europäischer Regionen) oder Edge-County-Network (internationale Zusammenarbeit von Gebieten mit einem Regionalflughafen) sind Marketingmaßnahmen durchgeführt worden und weitere geplant. Dank DART haben die vier Tourismusagenturen in Städten von Glasgow bis Pescara ausländischen Kunden die Region schmackhaft gemacht. Mit DART-Mitteln gefördert ist beispielsweise auch ein Mountainbike-Projekt der Hunsrück-Touristik: Zehn Routen zwischen Emmelshausen und Hermeskeil sollen ausgearbeitet und miteinander vernetzt werden. Die drei anwesenden Geschäftsführer betonten die gute Kooperation zwischen den regionalen Tourismusagenturen. Für künftige Tourismuswerbung waren sich Fachleute und Politiker einig, dass im Ausland mehr für die Region geworben werden müsse, um die geringe Quote der ankommenden Touristen zu steigern.

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