Mit Friedhöfen ist kein Geld zu verdienen

Mit Friedhöfen ist kein Geld zu verdienen

Die Pflege von Friedhöfen und die Bereitstellung der Gräber sind teuer. An den Nutzungsgebühren hat sich aber über Jahre hinweg kaum etwas verändert. Der TV hat sich in Städten und Gemeinden informiert.

Bernkastel-Wittlich. Sterben ist teuer. Da sind zum Beispiel die Friedhofsgebühren. Die können allerdings stark variieren - im Bundesvergleich, aber auch in der Region. Dass an dieser Schraube im Kreis Bernkastel-Wittlich derzeit kräftig gedreht wird, lässt sich allerdings nicht behaupten. Die Gebühren sind stabil. Lediglich in der Stadt Traben-Trarbach wurde 2012 eine neue Gebührensatzung erlassen. Der TV hat sich umgehört, wie es in wichtigen Städten und Gemeinden des Kreises aussieht. Die größten Unterschiede gibt es danach bei den Kosten für das Nutzungsrecht (in der Regel 25 Jahre)
Stadt Wittlich: Die Gebühren auf den sechs Friedhöfen wurden seit 2006 nicht mehr erhöht. Ein Reihengrab kostet 630 Euro, ein Urnengrab 368 Euro. Es gibt auch Rasengräber (1330 Euro Erde, 788 Euro Urne). Da ist dann die Pflege inklusive. Das Ausheben eines Grabes kostet 351 Euro, die Bestattung einer Urne 103 Euro (Grab) oder 124 Euro (Nische oder Wand). Die Nutzung eines Doppelgrabes kostet 1943 Euro, die einer Urnengrabstätte 630 Euro.
Stadt Bernkastel-Kues: Die Gebühren auf den vier Friedhöfen sind seit 2002 unverändert. Seit Mitte 2009 werden auch Rasengräber angeboten. Das Ausheben und Schließen eines Urnengrabes kostet 125 Euro. Für die Nutzung (15 Jahre) kommen 250 Euro hinzu. Für ein Einzelgrab liegen die Gesamtgebühren bei 1050 Euro (Nutzung für 25 Jahre), für ein Doppelwahlgrab bei 1750 Euro, für ein Reihenrasengrab bei 3550 Euro (inklusive der Pflege), für ein Urnenrasengrab bei 1125 Euro (inklusive Pflege).
Einheitsgemeinde Morbach: Hier gibt es 14 Friedhöfe. Die Gebühren sind überall gleich. Die Gebührensatzung hat seit 2006 Gültigkeit. Für das Ausheben eines Erdgrabes werden 425 Euro verlangt, für ein Urnengrab 240 Euro. Für den Erwerb des Nutzungsrechts werden für ein Reihengrab 240 Euro und ein Urnenreihengrab 180 Euro fällig. Ein Doppelwahlgrab schlägt mit 1350 Euro zu Buche.
Thalfang: Auf dem Thalfanger Friedhof werden Verstorbene aus zwölf Gemeinden beerdigt. Ein Zweckverband ist für die Gebührenordnung zuständig. In den vergangenen Jahren hat sich nichts verändert. Ein Reihengrab kostet 340 Euro, das Nutzungsrecht (30 Jahre) 3000 Euro. Für ein Urnengrab sind 250 Euro und 1000 Euro zu zahlen. Das Ausheben und Schließen der Grabstätte kostet 410 (Erde) beziehungsweise 160 Euro (Urne).
Traben-Trarbach: Gegenüber der Satzung aus dem Jahr 1988 wurden die Gebühren auf den vier Friedhöfen 2012 um durchschnittlich zehn bis 15 Prozent erhöht. Für ein Reihengrab (inklusive Ausheben und Schließen) werden 740 Euro (vorher 665 Euro) berechnet, für ein Urnengrab 300 Euro (256 Euro).
Manderscheid: Auch in der kleinsten Stadt des Kreises sind die Gebühren in den vergangenen Jahren nicht gestiegen. Es gibt dort aber eine Besonderheit. Ein Urnengrab (620 Euro) kostet doppelt so viel wie ein Reihengrab. Hintergrund: Bei der Urnenbestattung hatten die Angehörigen die Freiheit, einen Platz auf dem Friedhof zu wählen. Mittlerweile gibt es aber eine Urnenwand.
Kröv: Die Gebühren sind seit Jahren stabil. Ein Reihengrab ist hier mit 1100 Euro relativ teuer. Der Preis beinhaltet allerdings schon die Grabeinfassung. Ein Urnengrab ist für 275 Euro zu haben. Die Nutzung einer Doppelwahlgrabstätte kostet für die 25 Jahre 2800 Euro, ein Einzelgrab die Hälfte.
Ganz heißes Eisen


Nur in Traben-Trarbach wurden also die Preise erhöht. Von einer Kostendeckung könne aber keine Rede sein, erläutert Bürgermeister Ulrich K. Weisgerber. 2012 standen Einnahmen von 39 440 Euro Ausgaben von 60 317 Euro gegenüber.
Eine Möglichkeit wäre die Schließung von Friedhöfen. "Ein ganz heißes Eisen. Zurzeit ist so etwas nicht durchzusetzen", sagt der Bernkastel-Kueser Stadtbürgermeister Wolfgang Port. In Berkastel-Kues werde aber darüber nachgedacht, Teile von Friedhöfen stillzulegen, wenn die Ruhezeiten von Gräbern abgelaufen sind. Es müsse etwas geschehen. Port: "Das Defizit liegt derzeit bei etwa 80 000 Euro pro Jahr."