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Mitglieder des Leipziger Gewandhausorchesters in der Synagoge Wittlich

Konzert : Über allem klingt die kecke Flöte

Gleich zweimal sind bei den Mozart-Wochen Eifel die Leipziger Kammersolisten in der Region aufgetreten – in Wittlich und Bitburg.

Die Region ist nicht arm an hervorragenden klassischen Konzerten – Mosel Musikfestival und anderen Veranstaltern sei Dank. Die Leipziger Kammersolisten, Mitglieder des Gewandhaus­orchesters Leipzig, haben sich bei ihren ausverkauften Auftritten in der Wittlicher Synagoge und im Bitburger Haus Beda im Rahmen der Mozart-Wochen Eifel in die Reihe dieser hervorragenden Konzerte eingefügt. Denn was die vier Musiker – Cornelia Grohmann an der Flöte, Katharina Schmitz an der Violine, Immo Schaar an der Viola und Christoph Vietz am Violoncello – gezeigt haben, hat die 85 Besucher in der Syn­agoge Wittlich begeistert – mehr Menschen waren wegen der corona­bedingten Einschränkungen nicht zugelassen.

Auf dem Programm standen das Flötenquartett a-Moll von Sa­verio Mercadante, einem Komponisten der sogenannten Neapolitanischen Schule. Zudem die Serenade D-Dur opus 25 für Flöte, Violine und Viola sowie – dem Thema der Veranstaltungsreihe entsprechend – das Flötenquartett D-Dur KV 285 von Wolfgang Amadeus Mozart. Allesamt eher aufbauende Stücke mit einem Schuss Gute-Laune-Charakter.

Das dominierende Instrument bei allen Werken ist die Querflöte, die Cornelia Grohmann mit großem Einsatz spielt. Immer wieder wiegt sie sich zur Melodie auf ihrem Stuhl und lässt die Töne über ihre emotionale Ausstrahlung aufs Publikum wirken. Die drei Streicher legen genauso grandiose Grundlagen für das Blasinstrument, das immer wieder mit seinen oft keck erscheinenden Tönen über die Basis der Saiten­instrumente heraussticht.

Nicht nur Grohmann, sondern alle vier Musiker spielen nicht bloß die Stücke, sie verkörpern sie. Die Melodien bewegen das Ensemble regel­recht.

 Viel Beifall gab es in Wittlich für die vier Leipziger Kammersolisten.
Viel Beifall gab es in Wittlich für die vier Leipziger Kammersolisten. Foto: Christoph Strouvelle

Als Beispiel das Minuetto von Mercadantes Flötenkonzert in A-Moll: Wenn die Streicher ihre Instrumente zupfen, klingt die Flöte ein wenig melancholisch, verströmt eine Mischung von etwas Fernweh, einem Schuss Sehnsucht, um dann doch wieder ins Muntere, Lebensfrohe überzugehen. Ähnlich bei Beethovens Serenade, die die Musiker äußerst lebhaft spielen. Dort ein kurzer Zupfer an den Saiten, gepaart mit einem Ausflug der Flöte in die hohen Töne – ein Erlebnis.

„Mit seinem Schwung hat das Ensemble die Zuschauer mitgenommen“, sagt Michael Fischer aus Wittlich. Alle Stücke seien hervorragend gespielt worden. „Wir sind begeistert“, berichtet eine Besucherin aus Daun. Die Musiker hätten mit vollem Einsatz gespielt, die Flöte habe die Stücke dominiert.

Auch den Musikern hat das Konzert gefallen, sagt Bratschist Immo Schaar. „Es war wunderbar, im Publikum herrschte eine große Ruhe und Gespanntheit“, stellt er fest. Es sei für die Musiker eine große Aufmerksamkeit zu spüren gewesen. Auch über die Synagoge Wittlich als Austragungsort äußerte er sich lobend: „Ein guter Konzertraum, der die ideale Größe für Kammermusik hat.“