Natur

Zum Artikel "Keine Angst vorm bösen Wolf" (TV vom 9. Juli) schreibt dieser Leser:

Nein, ein "Rotkäppchen-Syndrom" brauchen wir in Rheinland-Pfalz nicht zu entwickeln. Für die breite Bevölkerung und deren körperliche Unversehrtheit besteht vermutlich keine große Gefahr, wenn sich der Wolf bei uns wieder niederlassen sollte. Dennoch sollte man die allenthalben erkennbare Euphorie etwas dämpfen. In Rheinland-Pfalz leben rund vier Millionen Menschen auf 20 000 Quadratkilometern, das sind demnach etwa 200 pro Quadratkilometer auf der Gesamtfläche und damit rund 30 weniger als im Bundesdurchschnitt. Aber: Unser Land ist von unendlich vielen Straßen aller Kategorien durchschnitten - und es ist in weiten Teilen sehr landwirtschaftlich geprägt. Und der Wolf ist ein Hetzjäger. Wer übernimmt die Verantwortung, wenn die Wölfe Hirsche und Wildschweine, aber auch Haustiere über unsere schnellen Straßen jagen und dort die ersten Verkehrstoten zu beklagen sein werden? Eine Mutterkuhhaltung auf der Weide wird für die Landwirte in Wolfsgebieten kaum noch möglich sein, ebenso wird es mit der Schafzucht und -haltung schwierig werden. Haben die Wolfs-Enthusiasten mal die Landwirte nach ihrer Meinung zum Wolf befragt? Offensichtlich nicht, aber das sollten sie mal tun. Ich bin mir sicher, deren Meinungen zum "Lupus" wären völlig andere als die Umfrageergebnisse in einem Mainzer/Koblenzer/Trierer Hochhaus. Mir scheint, die Wolfs-Einbürgerung wird mit sehr heißer Nadel gestrickt. Wenn man nicht alle Beteiligten "mitnimmt" und ihre Argumente in die eigenen Entscheidungen einfließen lässt, wird es alsbald mehr Probleme geben, als man lösen kann. Der Wolf ist ein faszinierendes Tier, aber wir haben in unserem Land nicht mehr den Platz, den es zwingend braucht, um ein problemfreies Zusammenleben von Mensch und Wolf zu ermöglichen. Bernd Krewer, Kinderbeuern