St. Paul in Wittlich - Im Missionshaus leben bald wieder Menschen

St. Paul in Wittlich - Im Missionshaus leben bald wieder Menschen

Zwei Jahre hat der Umbau des historischen Gebäudes in St. Paul gedauert, ab August ziehen dort Senioren und Pflegebedürftige ein. Das Investitionsvolumen liegt bei knapp zehn Millionen Euro, empfangen werden die Gäste im alten Keller.

Wittlich Das ehemalige Missionshaus der Steyler Missionare in St. Paul bekommt eine neue Aufgabe: Auf drei der insgesamt fünf Etagen - inklusive des ehemaligen Kellergeschosses - sollen bald 54 Menschen in einer neuen Seniorenresidenz leben.

Dazu haben Betreiber und Eigentümer, die Creatio Management- und Beratungsgesellschaft und die Immobiliengesellschaft St. Paul Wittlich, das Haus grundlegend umgebaut und renoviert: alte Decken und Wände abgerissen und neue eingezogen, ein Treppenhaus abgerissen, Bäder eingerichtet, Möbel gekauft, in die Technik investiert - unter Denkmalschutzauflagen und mit Firmen aus der Region.

Während im Dachgeschoss die Creatio und ihre Tochterfirmen (siehe Info II) bereits ihre Büroräume haben (der TV berichtete am 7. Februar), ziehen eine Etage tiefer bald die ersten Bewohner der neuen Seniorenresidenz ein.
"Zum 1. August ziehen die ersten Menschen ein", sagt Eric Schmitt, Geschäftsführer der Creatio und Einrichtungsleiter, man habe bereits viele Anmeldungen. Die ersten Namensschilder an den Türen sind bereits angebracht und die Zimmer und Flure möbliert.

In dem neuen Haus der Gesellschaft sei man, so Schmitt, "auf Schwerstpflege konzentriert". So soll auf einer weiteren Etage eine gerontopsychiatrische Abteilung für Menschen mit psychischen Krankheiten im Alter wie Demenz leben, in einer weiteren soll stationäre palliative Pflege angeboten werden - ein Novum im Kreis. Die Etagen und Zimmer sind jeweils speziell auf die Bedürfnisse der Bewohner ausgerichtet.

Und einen Raum zum Beten und Innehalten gibt es auch: Die alte Kapelle der Steyler Missionare wurde weitgehend in ihrem alten Zustand gelassen und wird auch künftig als solche dienen. Empfangen werden alle Gäste und Besucher in Zukunft an einer zentralen Stelle im ehemaligen Kellergeschoss des Hauses, wo auch eine Physio- und Ergotherapiepraxis untergebracht sind.
Ausgestattet ist das Haus mit moderner Technik. "Unsere Bewohner können wir mit Uhren ausstatten, die auf die individuellen Bedürfnisse programmiert werden können", sagt Eric Schmitt.

So könne sich ein Demenzkranker frei bewegen, bestimmte Türen seien für ihn wegen des Signals der Uhr aber verschlossen, so dass er das Gebäude nicht unbemerkt verlassen kann. Schmitt: "Das bringt dem Bewohner mehr Selbstständigkeit und mehr persönliche Freiheit."
In den Umbau des alten Missionshauses haben der Eigentümer und die Creatio nach Auskunft von Schmitt insgesamt knapp zehn Millionen Euro investiert.

Nach dem Start zum 1. August sollen nach und nach, so Schmitt, alle Wohnbereiche belegt werden. "Alle auf einmal, das würde nicht funktionieren." Insgesamt stehen dort 54 zusätzliche Pflegeplätze in vier Doppel- und 46 Einzelzimmern zur Verfügung, etwa 60 zusätzliche Arbeitsplätze sollen dort entstehen.Extra: DIE CREATIO MANAGEMENT- UND BERATUNGSGESELLSCHAFT

Foto: klaus kimmling (m_wil )
Foto: klaus kimmling (m_wil )
Foto: klaus kimmling (m_wil )


(sos/will) Zu Creatio, dem nach eigener Auskunft größten regionalen Anbieter stationärer Pflegeeinrichtungen, gehören die Seniorenresidenzen St. Martin Schweich, St. Andreas Pölich und die Seniorenresidenz St. Paul. Weiterhin gehören dazu das im Dachgeschoss des Missionshauses St. Paul beheimatete Architekturbüro PFM GmbH, die Glima GmbH und Lingas (Catering). Die Creatio-Gruppe will zudem in eine neue Seniorenresidenz in Trier-Ehrang investieren.

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