Weintransport per Pedes

Marsch in die Vergangenheit: Neben tausenden Besuchern waren auch römische Legionäre mit Amphorenträgern und Gefolge in Bernkastel-Kues unterwegs.

Bernkastel-Kues. (mbl) "Achtung, römischer Weintransport", mit diesem Ausruf verschaffte sich die Römergruppe Durchlass durch die Menschenmenge. Auf dem Karlsbader Platz klärte der Römer an der Spitze des Trosses, Wolfgang Friedrich, die Neugierigen über den ungewohnten Aufmarsch auf. Die Wintricher Römergruppe "Vigilia Romana Vindriacum" machte sich auf zu einem Probelauf vor ihrer Premiere am Sonntag, 23. September, im Archäologiepark Belginum. Denn zusammen mit dem Archäologiepark hat der Wintricher Verein für rekonstruktive Geschichte ein interessantes Experiment ins Leben gerufen. In langer, intensiver Recherche-Arbeit wurden zwei antike Transportmittel, die "Amphora Dressel 1", originalgetreu rekonstruiert und im Weingut Romanushof in Wintrich mit Wein gefüllt. Amphoren dienten in der Antike als Transportmittel für vielerlei Produkte - auch für Wein. Das Experiment soll neue Erkenntnisse über Transport und Lagerung von Wein in den ersten Jahrhunderten im römischen Imperium bringen. Ein Thema mit vielen Fragen. Es ist ein Experiment - bisher hat noch keiner einen solchen Versuch der Rekonstruktion und Weinbefüllung gemacht, erklärte Friedrich. Leider ging in den acht Wochen seit der Abfüllung rund die Hälfte der 24 Liter je Amphore verloren. "Das ist jedoch kein Fehlschlag, denn die gewonnenen Erkenntnisse sind sehr nützlich und dienen als Grundlage für weitere Versuche", sagt der Leiter der Römergruppe.Mehr zur Ausstellung im Belginum auf Seite 23