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Umwelt
Ein Riese wächst weiter - Größter Solarpark im Eifelkreis bekommt noch mehr Module

Sichtbarer könnte die Energiewende auf den paar Hektar kaum sein: Plütscheid ist von Solarmodulen und Windrädern umgeben. Und jetzt sind noch welche dazugekommen.
Sichtbarer könnte die Energiewende auf den paar Hektar kaum sein: Plütscheid ist von Solarmodulen und Windrädern umgeben. Und jetzt sind noch welche dazugekommen. FOTO: TV / Christian Altmayer
Plütscheid/Feuerscheid. Der größte Solarpark im Eifelkreis wird noch größer. Eine Trierer Firma erweitert die Anlage zwischen Plütscheid und Feuerscheid um Tausende neue Module. Doch davon sind nicht alle begeistert. Von Christian Altmayer
Christian Altmayer

Zu Anfang eine Rechenübung: Der Prümer Hahnplatz misst etwa 8000 Quadratmeter, also 0,8 Hektar. Das ist etwas mehr als ein Fußballfeld. Und nun stelle man sich eine Fläche von 18 Hektar vor. Ein Grundstück also, in das der Hahnplatz 22 Mal reinpassen würde – voller in der Sonne blitzender Solarzellen.

Mit diesen Ausmaßen nimmt der Solarpark an der Landesstraße 33 nicht nur fast die Hälfte des Gewerbegebiets zwischen Plütscheid und Feuerscheid ein. Er ist auch die größte im Eifelkreis. „Und das mit Abstand“, behauptet Jürgen Scheurer von der Trierer Firma „Wes Green“ und übertreibt damit ein wenig.

Denn die zweitgrößte Anlage ist gerade einmal einen Hektar kleiner. Sie steht in Neuheilenbach im Bitburger Land, keine 15 Autominuten entfernt. Und es ist noch nicht lange her, da war diese Fläche noch auf Platz eins. Nun haben 1,3 Hektar den Unterschied gemacht.

Um diese paar Tausend Quadratmeter hat die Firma „Wes Green“ die Spiegelfläche nämlich vor Kurzem erweitert. Ausgedehnt hat sich die Anlage nun auch auf der anderen Seite der L 33, der Zubringerstrecke zur Waxweiler Autobahnauffahrt.

Und das gefällt nicht jedem. Johann Heltemes etwa macht keinen Hehl daraus, dass er von der „zweiten Attacke“ – wie er die Erweiterung des Solarparks nennt – nicht begeistert ist. Zum Hintergrund: „Die erste Attacke“ kam 2015, als die Wiese im Gewerbegebiet, das genau an der Grenze der Verbandsgemeinden (VG) Prüm und Arzfeld liegt, erschlossen wurde.

„Seitdem sehen wir vom Ort aus genug Photovoltaik“, sagt der Ortsbürgermeister von Plütscheid: „Da hätte man die andere Seite der L 33 nicht auch noch bebauen müssen.“

Und tatsächlich: Wer ins Dorf fährt, sieht links und rechts des Weges kaum etwas anderes als Solarzellen. Sie erstrecken sich über Hügel auf denen Windräder thronen. Sichtbarer könnte die Energiewende auf den paar Hektar kaum sein.

Das ärgere nicht nur ihn, sagt Heltemes, sondern auch die meisten Einwohner seines Dorfes in der VG Arzfeld. Nur habe es für den Ortsgemeinderat leider keine Chance gegeben, den Ausbau zu verhindern: „In der Größenordnung darf er das.“

„Er“ ist Hermann Meiers, Privatinvestor und Eigentümer der Flächen, die „Wes Green“ bebaut hat und nun betreibt. Meiers verdient an den rund 600 000 Kilowattstunden Sonnenstrom, die durch die Erweiterung zusätzlich ins Netz gespeist werden.

Die Leistung der gesamten Anlage kann nun auf rund acht Millionen Kilowattstunden jährlich beziffert werden. Das ist eine ganze Menge. Zum Vergleich: Etwa 3000 Kilowattstunden verbraucht ein durchschnittlicher deutscher Haushalt in 365 Tagen. Nur sehe die Gemeinde von dem Geld aus dem Stromverkauf wenig: „Wir haben davon fast nichts – abgesehen von ein paar Euro Gewerbesteuer“, sagt der Gemeindechef

Nun müssen sich die Plütscheider Bürger wohl an die Module gewöhnen. Wie im Zeitraffer konnten sie dabei zusehen, wie sich die Wiesen um das Dorf veränderten. Wo früher Kühe weideten, stehen jetzt 2760 blitzblanke Module.

Gerade einmal vier Wochen habe es gedauert, die Zellen aufzustellen, sagt Scheurer von „Wes Green“. Wie viel das Ganze gekostet hat, will er hingegen nicht verraten: „Dazu dürfen wir keine Angaben machen, nicht mal ungefähre.“