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Bischof verliert seine Chef-Sprecher

Bischof verliert seine Chef-Sprecher

Exodus in der Kommunikationsabteilung des Bistums: Nachdem erst vor wenigen Tagen Ex-Fernsehpfarrer Stephan Wahl den Direktorensessel verlassen hat, sagt nun auch Bischofssprecher Stephan Kronenburg Adieu. Zumindest dessen Nachfolge scheint in trockenen Tüchern zu sein.

Trier. Wer schon immer mal gerne eng mit dem Trierer Bischof Stephan Ackermann zusammenarbeiten wollte, sollte jetzt seine Chance nutzen und sich bewerben. In der Verwaltung des Bistums, dem Generalvikariat, müssen gleich zwei Stellen neu besetzt werden. Deren bisherige Amtsinhaber waren die Sprachrohre des Bischofs.
Abschied aus privaten Gründen


Monsignore Stephan Wahl (52), der Leiter des Strategiebereichs Kommunikation und Medien, hat den Job zum 1. August aufgegeben (der TV berichtete). Begründung des ehemaligen Wort-zum-Sonntag-Sprechers: Seine beim Amtsantritt gesetzten Ziele habe er erreicht; jetzt wolle er ein halbes Jahr eine Auszeit nehmen "und dann irgendetwas ganz anderes machen".
Der Wahl-Nachfolger ist für 40 Mitarbeiter zuständig, ein Theologiestudium muss der zukünftige Direktor nicht absolviert haben. Nach Stephan Wahl geht Ende des Jahres auch sein langjähriger Stellvertreter Stephan Kronenburg. Der 46-Jährige leitete zuletzt seit sechs Jahren den Arbeitsbereich Externe Kommunikation, zu dem neben der Pressestelle auch die Online-Kommunikation und der Bereich Bistumsveranstaltungen gehören.
Kronenburg wechselt als Chef der Abteilung Medien- und Öffentlichkeitsarbeit zum Bistum Münster, wo mit Felix Genn ein alter Bekannter auf dem Bischofsstuhl sitzt. Genn war bis 2003 Weihbischof in Trier.
Der Wechsel Kronenburgs nach Westfalen hat private Gründe. Seine Ehefrau arbeitet bei Adveniat in Essen, die ewige Pendelei zwischen Trier und dem Ruhrgebiet hatten beide satt.
Als Kronenburgs Nachfolgerin wird Judith Rupp gehandelt, die derzeit die bischöfliche Pressestelle in Koblenz managt. Die 34-Jährige empfahl sich als Verantwortliche der Pressearbeit während der Heilig-Rock-Wallfahrt für höhere Weihen. Mit Christine Wendel ist auch die zweite aktuelle Sprecherin des Bistums eine Frau. Die 29-Jährige kam erst vor wenigen Wochen als Nachfolgerin von Ernst Mettlach, der in die Multimedia-Redaktion des Bistums gewechselt ist.
Weitere Wechsel


Auch an der Spitze des Generalvikariats wird es bald einen personellen Wechsel geben. Zum 1. November wird der Chef-Organisator der Heilig-Rock-Wallfahrt, Georg Bätzing, neuer Generalvikar (der TV berichtete). Bätzing löst den langjährigen Generalvikar Georg Holkenbrink ab, der dann das Amt des Offizials übernimmt und damit höchster Richter wird.
Die Aufgabe des Generalvikars ist klar umrissen, was Stephan Ackermann erwartet, weiß Bätzing schon: "Ich muss dem Bischof den Rücken freihalten."
Ackermanns Vorgänger Reinhard Marx hat es einmal so ausgedrückt: "Der Generalvikar sitzt mit dem Bischof auf einer Bank. Nur ist mein Teil der Bank gepolstert und geheizt. Und der Bischof hat schon mal Auslauf, während der Generalvikar hinterm Schreibtisch hockt."