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Kusel - Prozess zu getöteten Polizisten: „Niemals in Vergessenheit geraten“​

Prozess-Auftakt in Kaiserslautern : Menschen aus Heimat des getöteten Polizisten: „Dieser schreckliche Tag wird niemals in Vergessenheit geraten“

Am Landgericht hat der Prozess um die mutmaßlichen Polizistenmorde in Kusel begonnen. Die Menschen in Freisen, der Heimat des 29-jährigen Opfers, erwarten eine zügige Rechtsprechung.

Nach den tödlichen Schüssen auf zwei junge Polizisten nahe Kusel hat am Dienstagmorgen der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter begonnen. Ein 39-jähriger Mann aus dem Saarland muss sich vor dem Landgericht in Kaiserslautern verantworten. Er wird beschuldigt, Ende Januar bei einer Verkehrskontrolle eine Beamtin (24) sowie ihren Kollegen (29) getötet zu haben – vermutlich, um Jagdwilderei zu vertuschen. Der Mord hatte bundesweit Entsetzen hervorgerufen. Besonders groß war die Trauer in Freisen, dem Heimatort des 29-jährigen Opfers.

Knapp fünf Monate nach den grausamen Ereignissen sei die Anteilnahme in der Bevölkerung noch immer groß, sagt Ortsvorsteher Matthias Bottelberger. „Dies kann man an den Blumen und Kerzen an der Gedenkstätte der Kirche sehen“, erklärt er. Diese Tat an einem Bürger von Freisen werde immer im Gedächtnis bleiben. „Es ist immer noch unfassbar. Wir werden Alex immer in Erinnerung behalten“, betont Bottelberger, der mit dem getöteten Polizisten in einem Jahrgang war.

Auch Bürgermeister Karl-Josef Scheer (SPD) ist überzeugt: „Dieser schreckliche Tag wird niemals in Vergessenheit geraten.“ Die Ermittlungsbehörden und die Staatsanwaltschaft hätten ihre Arbeit getan, jetzt müsse Recht gesprochen werden. Die Beweislage sei erdrückend. „Es ist die Erwartungshaltung der Bevölkerung, dass in diesem Fall zügig entschieden wird“, sagt Scheer.

Landrat Udo Recktenwald (CDU) fordert derweil, Lehren zu ziehen. „Das sind wir den ermordeten Polizisten schuldig. Wir müssen noch stärker diejenigen schützen, die uns schützen, unsere Freiheit, unsere Demokratie, unser Zusammenleben“, betont er. Die unfassbare Tat brauche daher zum einen eine harte Strafe für den Täter. Ein solcher Täter dürfe nie mehr eine Gefahr für sein Umfeld sein. „Die Tat braucht aber auch stärkere Schutzmaßnahmen für die Polizei und konsequentes Vorgehen etwa auch gegen diejenigen, die Gewalt verherrlichen“, erklärt Recktenwald.