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Königlicher Besuch
Trier im Oranjefieber: Glücksmomente mit dem niederländischen Königspaar (Fotos/Videos)

Gute Laune vor der Porta Nigra: Das niederländische Königspaar und Ministerpräsidentin Malu Dreyer genießen das Treffen mit den Trierern.
Gute Laune vor der Porta Nigra: Das niederländische Königspaar und Ministerpräsidentin Malu Dreyer genießen das Treffen mit den Trierern. FOTO: Friedemann Vetter
Trier. Einen besonders intensiven Stopp haben die niederländischen Majestäten König Willem-Alexander und Königin Máxima bei ihrer dreitägigen Reise durch Rheinland-Pfalz und das Saarland in der Römerstadt eingelegt. Dort haben sie fürstlich gespeist (inzwischen weiß man auch, was) und an der Porta viele Fans glücklich gemacht – darunter Eifeler, die den König als ihren Herren bezeichnen.  Von Bernd Wientjes und Rebecca Schaal
Rebecca Schaal

Mittwochabend, 20 Uhr, Perlhuhn und Glitzerfäden

Die Ankunft in Trier bietet dem niederländischen Königspaar erst einmal eine kurze Verschnaufpause im – streng geheim gehaltenen – Vier-Sterne-Hotel Park Plaza in der Innenstadt, in dem Willem-Alexander und Máxima übernachten. Máxima nutzt die Zeit vor dem festlichen Gala-Dinner in Sankt Maximin für einen Kleiderwechsel: Sie erscheint in einem Kleid in Braun und Blau mit Glitzerfäden, das am Hals und Saum mit schwarzen Federn besetzt ist. Entworfen hat das Kleid laut niederländischen Adelsexperten der belgische Designer Édouard Vermeulen – sein Label Natan Couture trägt die niederländische Königin besonders gerne.

Während sich die royalen Besucher am Donnerstag sehr volksnah zeigen, gibt es beim Handelsdinner im Trierer Norden ein strengeres Protokoll – auch für die Journalisten. So ist für die Medienvertreter nicht vorgesehen, mit den rund 250 Gästen ins Gespräch zu kommen.  Die – streng geheime – Gästeliste hat das niederländische Handelsministerium erstellt. Wer sich aus der Region erhofft hatte, einen der begehrten Plätze fürs Dinner mit dem Königspaar zu bekommen (und das dürfte so mancher gewesen sein), wurde meist enttäuscht. Neben der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer und ihrem Mann Klaus Jensen nehmen beispielsweise der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe und seine Gattin Andrea Sand teil. Besonders auffällig: Nur wenige Frauen sind an diesem Abend anwesend, die Wirtschaftsdelegationen bestehen hauptsächlich aus Männern.

Zahlreiche Kinder jubeln dem Königspaar zu und schwenken Flaggen.
Zahlreiche Kinder jubeln dem Königspaar zu und schwenken Flaggen. FOTO: Bernd Wientjes
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Niederländisches Königspaar vor der Porta Nigra FOTO: Friedemann Vetter

Die Hofstandarte ziert das Auto des Königspaares.
Die Hofstandarte ziert das Auto des Königspaares. FOTO: Friedemann Vetter

Mit Sigrid Kaag steht in den Niederlanden aber zumindest eine Frau an der Spitze des Außenhandelsministeriums. In ihrer kurzen Ansprache rückt die 56-Jährige Umweltschutz und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt, spricht aber auch über dringend notwendige Innovationen – eingeladen sind daher viele junge Startups aus den Niederlanden. Kaag: „In unserem Zeitalter sind innovative Ideen genauso wichtig wie Güter und Dienstleistungen, um Wachstum und Wohlstand für alle zu sichern.“ Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Volker Wissing legt den Fokus seiner Rede auf den europäischen Gedanken – in punkto Frieden, aber auch beim freien Handel. „Gerade jetzt gilt es, den Schulterschluss zu suchen und gemeinsam am Europa der Zukunft zu arbeiten.“ Die Niederlande seien bei dieser Herausforderung ein wichtiger Partner. Und weiter: „Die enge wirtschaftliche Verflechtung zwischen Deutschland, zwischen Rheinland-Pfalz und den Niederlanden ist in Europa ein leuchtendes Beispiel und ein Garant unseres Wohlstands.“

Niederländisches Königspaar in der Region FOTO:

Und dann – die Journalisten müssen den bunt ausgeleuchteten Innenraum der ehemaligen Reichsabtei Sankt Maximin verlassen – beginnt das Abendessen, das vom Deutschen Hof in Trier zubereitet wird. Eine logistische Herausforderung für Chefin Andrea Weber, ihr Team und die vielen Servicekräfte. Klappt alles? Weber lächelt und nickt, bevor sie wieder einen Blick auf die Vorspeise wirft. Dazu werden deutsche und niederländische Weine serviert (das – zunächst streng geheime – Menü und die Weine siehe Extratext).

Tische gedeckt, die hohen Gäste können kommen: In Sankt Maximin gibt’s ein Abendessen mit den Handelsmissionen und anderen geladenen Gästen.
Tische gedeckt, die hohen Gäste können kommen: In Sankt Maximin gibt’s ein Abendessen mit den Handelsmissionen und anderen geladenen Gästen. FOTO: Friedemann Vetter

König Willem-Alexander schüttelt einem Mädchen die Hand. Niederländer lieben dieses Paar auch, weil es so volksnah ist.
König Willem-Alexander schüttelt einem Mädchen die Hand. Niederländer lieben dieses Paar auch, weil es so volksnah ist. FOTO: Friedemann Vetter

Auch der Blumenschmuck kommt aus Trier: Fast 300 Sträuße und Gestecke haben die Floristen von Das Blumenwerk angefertigt. Sie bestehen vor allem aus locker gesteckten Hortensien und Rosen, da Königin Máxima diese Blumen liebt; in den Farben dominieren Apricot und Grün. „Wir waren sehr überrascht, als die Anfrage kam“, sagt Blumenwerk-Besitzerin Agnieszka Meis dem TV. „Dann standen wir hier in einem regelrechten Blumenmeer. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht.“⇥ Rebecca Schaal

Alexandra Sartoris aus Trier fiebert dem Besuch entgegen. Ihr Herz schlage für die Niederlande und „ihren König“, sagt Sartoris, deren Mutter Niederländerin ist.
Alexandra Sartoris aus Trier fiebert dem Besuch entgegen. Ihr Herz schlage für die Niederlande und „ihren König“, sagt Sartoris, deren Mutter Niederländerin ist. FOTO: TV / Bernd Wientjes

Donnerstag, 9.15 Uhr, Heimspiel vor der Porta Nigra

Christa Heiles strahlt. Sie ist stolz, dass Máxima, die Frau des niederländischen Königs Willem-Alexander, ihr die Hand geschüttelt und sie begrüßt hat. Heiles und die anderen, mit denen sie nach Trier vor die Porta Nigra gekommen ist, ist auch nicht zu übersehen. Die gut 20-köpfige Truppe trägt rote Gewänder mit dem Wappen des Eifelortes Dasburg. Sie halten ein großes weißes Bettlaken hoch, auf dem in den niederländischen Nationalfarben geschrieben steht: Willem-Alexander, Herr von Dasburg. So lautet der offizielle Titel des Königs. Máxima schaut interessiert auf das Transparent, will ihren Mann rufen, um ihm das zu zeigen. Doch der schüttelt auf der gegenüberliegenden Seite des Porta-Nigra-Vorplatzes Hunderte von Händen, spricht mit den Zuschauern.

Es sind weniger gekommen, als erwartet. Bis zu 1000 Königsfans sollten an diesem nebligen Herbstmorgen vor dem Trierer Wahrzeichen die niederländischen Royals begrüßen. Knapp 500 dürften es schließlich gewesen sein. Viele tragen orangefarbene Hüte, Schals oder auch Perücken. Oranje, das ist die Nationalfarbe der Niederländer.

Es ist ein sehr herzlicher Empfang, den die Trierer dem Königspaar vor der Porta bereiten. Sie jubeln, als wären es ihre Staatsoberhäupter. Die beiden geben sich selbst sehr locker und strahlen.

Unter den Zuschauern ist auch  Jan Oosthof aus dem niederländischen Groningen. Der ehemalige Marine-Soldat bei der niederländischen U-Boot-Flotte ist mit seiner Frau Silvia Weltecke nach Trier gekommen. Es sei zum ersten Mal, dass er das Königspaar so nah sehe, sagt Oosthof, der in Uniformjacke und mit Militärbarrett auf Máxima und Willem-Alexander wartet. Seit 20 Jahren lebt er in der Nähe von Cochem. Doch er fühle sich noch immer als Niederländer und daher sei es auch „sein König“, sagt er stolz. Als Máxima an ihm vorbei geht, ihm die Hand schüttelt, salutiert er wie ein echter Soldat vor ihr.

Auch Alexandra Sartoris ist stolz, „ihr Königspaar“ live zu sehen. Sie sei Halb-Niederländerin, sagt die gebürtige Triererin. Ihre Mutter stamme aus dem Nachbarland und lebe auch noch dort. Sartoris ist mit einem Fanschal der holländischen Fußballnationalmannschaft zur Porta gekommen, um dem royalen Paar zu winken. Dazu hat sie schließlich viel Gelegenheit, als Máxima direkt an ihr vorbei läuft und laut „Hallo“ ruft.

Fotostrecken:

Königin Maxima und König Willem-Alexander besuchen die Region

Das niederländische Königspaar besucht Porta Nigra, Dom und Marx-Ausstellung

Insgesamt gerade mal zehn Minuten dauert die Stippvisite vor dem ehemaligen römischen Stadttor. Fünf Minuten früher als geplant trifft die Wagenkolonne mit den prominenten Gästen hinter der Porta Nigra ein. Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Ministerpräsidentin Malu Dreyer begrüßen das Paar. Dreyer und ihr Mann Klaus Jensen sind bereits vor dem Eintreffen von Máxima und Willem-Alexander über den Porta-Vorplatz gegangen und haben einige der Zuschauer persönlich begrüßt. „Wir freuen uns riesig, dass das Königspaar hier ist, sagt Dreyer.

Vor der Porta erklärt Andrea Sand, die Ehefrau des Oberbürgermeisters den prominenten Besuchern die Geschichte des Bauwerks auf Englisch. Um 9.19 Uhr schreitet die Delegation durch das Wahrzeichen zu den wartenden Fahrzeugen, um zum Dom zu fahren.

Norbert Käthler, der Chef der Trier-Touristik, ist zufrieden. Jeder Besuch von berühmten Persönlichkeiten sei eine gute Werbung für die Stadt. Dass ausgerechnet das niederländische Königspaar gekommen sei, freue ihn besonders. Immerhin sei Trier gerade bei den Niederländern sehr beliebt. Jeder 13. Auslandstourist in der Stadt stamme aus dem Nachbarland. Immerhin 45 000 Niederländer übernachten pro Jahr in Trier. Insofern war der Besuch ihres Königspaars also fast schon ein Heimatbesuch. ⇥Bernd Wientjes

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