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Auf den Spuren der europäischen Idee

Auf den Spuren der europäischen Idee

Noch laufen an der Trierer Universität die Semesterferien, aber verwaist ist der Campus dennoch nicht. Zuletzt haben 100 Gäste aus der ganzen Welt das Gelände bevölkert. Bei Vorträgen und Ausflügen in die Region haben sie ihre Deutschkenntnisse verbessert und sich ein Bild von Kultur und Gesellschaft gemacht.

Trier. Die Gründe, warum sich junge Menschen entscheiden, den Sommer an der Universität Trier zu verbringen, sind vielfältig: Manche bereiten sich auf ihre Prüfungen vor, vertiefen sich in der Bibliothek in ihre Studienbücher. Andere bleiben für einen Nebenjob in der Stadt. Und wieder andere kommen auf den Campus, um dort die eigenen Deutschkenntnisse zu vertiefen. Letzteres gilt für die Teilnehmer des internationalen Ferienkurses, der jedes Jahr Besucher aus der ganzen Welt an die Trierer Hochschule lockt.
Das Entdecken der europäischen Idee und das Kennenlernen einer deutschen Universität seien weitere Motive der Kursteilnehmer, sagt Marc Borkam, der den Ferienkurs seit sieben Jahren koordiniert. Die jungen Studenten verbringen dabei drei Wochen in Trier, hören sich Vorträge an, machen Exkursionen, besuchen Museen und erkunden am Abend die Trierer Kneipenszene.
Für ihre Teilnahme nähmen die jungen Leute viel Geld in die Hand, sagt Borkam: 550 Euro koste der dreiwöchige Kurs, plus die Kosten für Verpflegung, Unterkunft und Anreise. Das ergebe schnell 1500 Euro - nur ein Teil werde über Stipendien getragen. Dafür könnten sich die Studenten auch eine "erholsame Reise" gönnen.
Umso erfreulicher findet Borkam, dass sich erneut 100 junge Menschen für das Projekt entschieden haben. Menschen aus 28 Nationen besuchten diesmal den Trierer Campus. Das Kursmotto: Deutschland und seine Nachbarn.
Der besondere Bezug zu Europa, der im Fokus des Kurses stand, sei "ein Pfund, mit dem Trier wuchern kann", sagt Marc Borkam. Dass Trier am Vierländereck liege, sei ein "riesiges Plus für die Region".
Zum Program zählten etwa Ausflüge in die luxemburgische Kleinstadt Schengen, die durch das gleichnamige Abkommen zur Abschaffung der Grenzkontrollen weltweit bekannt geworden ist. Eine Erfahrung, die zum Beispiel einen koreanischen Kursteilnehmer sehr bewegt habe. Borkam: "Er hat sich gewünscht, dass sich seine Landsleute auch zwischen Nord- und Südkorea frei bewegen könnten."