Blühende Hoffnungen

Das Kindertanzensemble tanzt sich in der Trierer Tufa durch "Die letzte Blume". Premiere feiert die Aufführung an diesem Freitag.

Alles liegt in Trümmern. Kein Stein steht mehr auf dem anderen. Die Menschen schleichen durch die Ruinen, die Köpfe gesenkt. Immer wieder fällt einer. Gefühle? Liebe? Fehlanzeige. Die Menschen haben keine Zuversicht mehr.

Doch dann keimt Hoffnung auf - in Form einer kleinen Blume. Blütenblätter sprießen aus dem Steinhaufen. Ein Mädchen entdeckt sie: die letzte Blume.

"Die letzte Blume" - so heißt das Tanztheaterstück für Kinder, das die Tänzer und Choreographen Reveriano Camil und Felizia Roth zurzeit mit 22 Jungen und Mädchen zwischen sieben und zehn Jahren einstudieren. Und das am Freitag, 23. Juni, 19 Uhr, um 19 Uhr Premiere in der Trie rer Tuchfabrik feiert. Das Mädchen, getanzt von Lena Marie Wulff, hegt die kleine Pflanze gemeinsam mit einem jungen Mann (Christoph Endner). Plötzlich schwirrt ein Schmetterling durch den Workshopraum und auch ein Kolibri. Weit breiten die beiden Kinder ihre Arme aus, als würden sie durch den Raum schweben. Und dann wird die Blume zum Blütenmeer. Viele Hände recken sich nach oben. Bäume wachsen. Kleine Hasen hoppeln aus ihren Verstecken. Hunde flitzen herbei und bellen, jagen die Langohren.

Noch braucht der Probengast Fantasie, denn die tanzenden Kinder haben ihre Kostüme (Carola Vollath) noch nicht an. Doch die realistisch gestalteten Mauersteine, die die Tänzer jetzt wegräumen, zeigen die Detailverliebtheit der Macher.
"Ich wollte ein Tanztheaterstück entwickeln", sagt Choreograph und Regisseur Reveriano Camil. Bei Kindern in diesem Alter sei es schwierig, eine komplizierte Choreographie einzustudieren. Doch wie beispielsweise ein Vogel fliegt, das können die jungen Tänzer ohne Anweisung. Camil gibt ihnen lediglich die Richtung vor, damit es ein schönes Bild auf der Bühne gibt. "Und der Ausdruck der Bewegungen", sagt Camil, "ist sehr wichtig."

Was die Kinder besonders anspornt: Ein jedes hat einen Solopart. Mit Lakeesha Plein und Liam Meessen probt Camil separat die Schlussszene. Er zeigt ihnen, wie sich sie drehen, wann sie zu Boden gehen oder hinwenden sollen.
Die Musik ist abwechslungsreich, mal romantisch verspielt, mal dramatisch, und auch Hip-Hop ist dabei. Die Stücke sind hauptsächlich aus Igor Strawinskys "Petrushka", dazu gibt es Werke von Dahfer Youssef, Éric Serra, Lila Downs, Keith Jarrett, Elliot Goldenthal, Ennio Morricone und Lalo Schifrin.

Das Stück basiert auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von James Thurber und ist eine Parabel über die Sinnlosigkeit des Kriegs. "Es zeigt", sagt Camil, "die Welt wird nie lernen. Es gibt keine Lösung." Oder vielleicht doch? In Form einer letzten Blume.

Weitere Termine: 24. Juni, 19 Uhr, 25. Juni, 17 Uhr. Karten: 10/5 Euro, TV-Service-Center Trier.