Ein kleiner Ort ist fest in weiblicher Hand

Ein kleiner Ort ist fest in weiblicher Hand

Für den kleinen Ort an der Ruwer wird dieses Ereignis einen besonderen Platz in der Chronik finden: Sommerau mit seinen rund 80 Einwohnern befindet sich jetzt fest in Frauenhand.

Sommerau. (dis) Was einst fest in Männerhand war, geht nach und nach mehr in zarte Frauenhände über. Nachdem Doris Scherf vor wenigen Tagen die Aufgaben als Ortsbürgermeisterin des beschaulichen Ortes unterhalb der Burg übernahm, wurde jetzt ihre Tochter Christine zur Wehrführerin gewählt. Mit neun Ehrenamtlichen ist die kleinste Freiwillige Feuerwehr im Kreis Trier-Saarburg gut zu führen.

Und doch gebührt der 32-Jährigen für die Übernahme des Amtes ein hohes Maß an Anerkennung. "Bei jedem Starkregen und den anschließenden Fluten in den Straßen erleben wir, wie sehr doch die Feuerwehren gebraucht werden", sagt Bürgermeister Busch. So klein die Feuerwehr in Sommerau auch ist, sie kann im Einsatzkalender so manche Hilfe bei Sturmschäden, Überflutungen nachweisen. Außerdem unterstützen die ehrenamtlichen Helfer regelmäßig ihre Kameraden der Feuerwehren in Gutweiler und Korlingen. Darüber hinaus erfüllt die Feuerwehr in der Gemeinde verschiedene freiwillige und uneigennützige Aufgaben für die Dorfbevölkerung.

Familie van Münster hat 65 Jahre die Wehr angeführt



Zur Neuwahl hatte Bürgermeister Busch einen kleinen, leicht vergilbten Aktenordner mitgebracht. "Damit kann 65 Jahre andauernde Kontinuität nachgewiesen werden", sagt er. Denn seit rund sechseinhalb Jahrzehnten lagen die Geschicke der Feuerwehr immer in der Familie van Münster. Zuletzt leitete Herbert van Münster die Feuerwehr 20 Jahre lang. Bürgermeister Busch dankte ihm herzlich für sein gezeigtes Engagement. Van Münster habe der Feuerwehr ein klar erkennbares Profil aufgedrückt. Sowohl in der Ortsgemeinde und in der Verwaltung sei klar gewesen, dass man sich auf ihn stets verlassen konnte. Doch so ganz will die Familie van Münster sich nicht aus dem Feuerwehrgeschehen des Ortes zurückziehen. Tochter Sabrina (21) übernahm die Aufgaben als stellvertretende Wehrführerin.

Den anwesenden Gästen war klar: Im Bereich der Freiwilligen Feuerwehren ist ein neues Kapitel aufgeschlagen worden. Zwei Frauen an der Spitze einer Feuerwehr hat es im Kreis Trier-Saarburg bisher noch nicht gegeben.