Ihr Traum: Aerobic-Oma

TRIER. Als Fitness-Trainerin kann Silvia Weber auf eine lange Sportkarriere zurückblicken. Sich auf den Lorbeeren auszuruhen ist aber nicht der Stil der 40-Jährigen. Weber hat bereits neue Pläne.

107 Jahre wird Silvia Weber alt. "Das hat mir zumindest mein Arzt ausgerechnet, als ich 15 war", sagt die 40-Jährige und lacht. Und weil Webers Leidenschaft schon immer Sport war, hat sich die Fitnesstrainerin aus Trier zum Ziel gesetzt, eine der ersten Aerobic-Omas Deutschlands zu werden. "Mit 40 wollte ich immer aufhören. Aber dann habe ich festgestellt, dass ich mich ohne meinen Sport, ohne meine Berufung einsam fühlen würde. Ich hätte plötzlich zu viel Zeit", erklärt sie ihren Sinneswandel. Da hat sich die Sportfanatikerin neue Ziele gesetzt: "Ich möchte ein Projekt mit Kindern starten. Die brauchen in der heutigen Zeit einfach viel mehr Bewegung, sonst werden sie vor ihren Eltern sterben", sagt Weber. Für die Breitensport-Referentin des Sportbundes Rheinland ist ein Leben ohne Sport unvorstellbar. Seit ihrem 15. Lebensjahr treibt sie Leistungssport, allerdings in einer Schiene, "die von der Öffentlichkeit nicht in dem Maße wahrgenommen wird, wie Profi-Fußball. Dabei ist mein Training vom Härtegrad nicht anders. Fußballer haben nur eine andere Lobby", ist sie überzeugt. Warum sich Weber als Teenager für den Fitness-Sport entschieden hat, hatte profane Gründe. "Ich wollte nie dick werden, aber in meiner Familie gibt es die Veranlagung dazu", sagt sie. Zudem sei sie ein Musikerkind, habe schon immer gesungen, Schlagzeug und Klavier gespielt. "Da gefiel mir die Jane-Fonda-Ära in den 80er-Jahren gut, die erstmals Sport und Musik vereint", erklärt sie. Dass die Fitness-Bewegung in den 90er-Jahren salonfähig wurde, kam der Powerfrau mit dem Faible für Langhantel-Training sehr gelegen. Mit ihrem Mann war die T-com-Beamtin damals ins österreichische Graz ausgewandert. Dass sie dort nach der Geburt ihrer Tochter Sophie als Kundin in einem Fitness-Studio "entdeckt" wurde, sollte der Grundstein ihrer Karriere werden. "Ich wurde angesprochen, ob ich nicht ,Nike-Athletin' werden wollte. Von 1993 bis 1999 war ich in diesem Programm tätig, habe Touren nach Lanzarote und in die USA gemacht und geholfen, die Fitnessbewegung auszubauen", erinnert sich Weber. Als die gebürtige Koblenzerin nach ihren Auslandsaufenthalten nach Trier kam, habe sie zunächst Probleme gehabt, sich zurechtzufinden. "Graz war sehr multikulturell, in Trier hatte ich oft das Gefühl, gegen eine Mauer zu laufen", sagt Weber und fügt hinzu: "Aber mit Beharrlichkeit und Taktik habe ich es geschafft, mich mit neuen Trainingsprogrammen durchzusetzen." Dass sie nie ein eigenes Fitnessstudio aufgebaut hat, bereut Weber. "Da war ich einfach zu feige", gesteht sie. "Aber dann habe ich bei einer WM-Gala in Trier Mönchengladbachs Torwartlegende Wolfgang Kleff kennen gelernt und bin von ihm zur WM-Gala der ehemaligen Weltmeister nach München eingeladen worden. Jetzt habe ich einen neuen Traum", sagt sie und verkündet: "Ich wäre gern die erste Frau, die in der Bundesliga etwas zu sagen hat."