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In Rekordzeit durch das Nadelöhr gearbeitet

In Rekordzeit durch das Nadelöhr gearbeitet

SCHWEICH. Frisch saniert präsentiert sich nun die A-602-Hangbrücke entlang des Schweicher Angelbergs. Nach sieben Monaten endet die Zeit des Verkehr-Nadelöhrs am Autobahndreieck Moseltal – die täglichen Staus im Berufsverkehr sind Vergangenheit. Der Verkehr in Richtung A 1 fließt schon seit gestern wieder unbehindert.

Noch rollen am Montagmorgen die Fahrzeuge in beiden Richtungen auf jeweils nur einer Spur über die äußere Doppelfahrbahn der Brücke. Gähnende Leere herrscht noch auf der inneren Doppelfahrbahn in Fahrtrichtung Saarbrücken/Koblenz. Alles wirkt dort frisch: Die raue Asphaltfahrbahn, die silbrigglänzenden Leitplanken, der helle Beton der neuen Seiten- und Mittelstreifen. Die Straßenwärter Karl Wilbois und Marco Thielen von der Autobahnmeisterei Schweich montieren noch die bekannten 100- und 80-km/h-Schilder, die das Tempo im engen Bogen vor den Ausfahrten auf die A 1 Koblenz-Saarbrücken reduzieren sollen. Unterhalb der Brücke, an der Landstraße Schweich-Kenn, wird indessen das letzte schwere Gerät auf Tieflader verfrachtet. Dann nähert sich auf der Asphaltpiste eine Fußgängergruppe, die da und dort auch Details des Bauwerks begutachtet. Es sind die Vertreter vom Autobahnamt Rheinland-Pfalz und Mitarbeiter des beauftragten Generalunternehmers Bögl aus Süddeutschland bei der Bauabnahme. Die Inspektion scheint gut verlaufen zu sein, die Stimmung ist gelöst. Jürgen Gest, Leiter des Autobahnamts Montabaur, lobt die Einsatzfreude des Bauunternehmens, das mit Früh-, Nacht- und Sonntagsschichten ans Werk gegangen war. Nun wird die Firma Bögl 14 Tage vor dem geplanten Abnahmetermin das Feld räumen. Dies ist auch den sehr eng bemessenen Ausführungsfristen und dem Anreiz einer "Beschleunigungsprämie" im Bauvertrag zu verdanken. Amtsleiter Gest spricht von einer "Rekordbauzeit von nur sieben Monaten". Das 1974 errichtete Bauwerk habe von Grund auf saniert werden müssen. Die hohe Verkehrsbelastung sei ausschlaggebend für die Bauvariante mit jeweils nur einem Fahrstreifen pro Richtung gewesen, da dies die kürzeste Zeit erforderte. Gest: "Bei einer Variante mit drei Fahrspuren hätten wir es in dieser Zeit nicht geschafft und im nächsten Jahr nochmals weitermachen müssen. Auch so passierten schon rund 14 Millionen Fahrzeuge während der Bauzeit die Engstelle." Insgesamt wurde auf der 700 Meter langen Brücke in den beiden Bauphasen der Jahre 2005 und 2006 die Fahrbahn auf 13 000 Quadratmetern komplett erneuert. Hinzu kamen 1000 Kubikmeter erneuerter Beton sowie 1300 Meter altes Geländer und 2100 Meter alte Leitplanken, die durch modernste Konstruktionen ersetzt werden mussten. Außerdem wurden die Übergangskonstruktionen zwischen Brücke und festem Fahrdamm ausgetauscht. Die Gesamtkosten betragen 4,3 Millionen Euro. Für den Verkehr aus Richtung Trier gilt seit gestern wieder freie Fahrt. Auf der Gegenfahrbahn, die zuletzt als Behelf für beide Fahrtrichtungen diente, muss noch die provisorische Trennwand in der Fahrbahnmitte entfernt werden. Daher ist dort bis Donnerstag, 9. November, weiterhin Geduld erforderlich.