Nero-Ausstellung zieht mehr Besucher an als erwartet - Bis 16. Oktober kommen noch 800 Gruppen

Nero-Ausstellung zieht mehr Besucher an als erwartet - Bis 16. Oktober kommen noch 800 Gruppen

Nero auf der Überholspur: Im Stadtmuseum Simeonstift ist am Freitag die 150.000 Besucherin der Ausstellung "Kaiser, Künstler und Tyrann" begrüßt worden. Bis Ausstellungsende am 16. Oktober dürfte auch die Traummarke 200 000 geknackt werden.

Der Erfolg wird partnerschaftlich geteilt: Die 100.000 Besucherin (Kathrin Straubmüller aus Baden-Württemberg) ist Anfang August im Landesmuseum begrüßt worden. Schauplatz zur Begrüßung von Gast Nummer 150.000 war am Freitag das Stadtmuseum Simeonstift. Folgerichtig müsste bei Nummer 200.000 das Museum am Dom an der Reihe sein. "Ich gehe ganz stark davon aus, dass dem so sein wird", sagt dessen Direktor Markus Groß-Morgen. Jedem der beteiligten Museen also sein publicityträchtiger Werbegag - denn mehr sind die Jubiläen nicht.Jubliäum per Hochrechnung

Auf die Journalistenfrage, wieso man denn schon zehn Tage vorher (da kam die telefonische Einladung) wisse, dass die 150.000er-Marke am 9. September um 11 Uhr im Stadtmuseum geknackt wird, gibt es keine konkrete Antwort: "Wir haben hochgerechnet. Im Großen und Ganzen dürften wir nicht allzu sehr daneben liegen. Vielleicht so plusminus 500."

Cornelia (54) und Klaus-Martin Gaudl (61) aus Obermoschel im Donnersbergkreis (kleinste Stadt in Rheinland-Pfalz) dürfte es schnurz sein. Kurz vor der Kasse wird das Ehepaar von einer Museumsmitarbeiterin angesprochen und die weibliche Hälfte zum 150.000 Ausstellungsgast erklärt. Die Belohnung: Blumenstrauß, Nero-Souvenirs und zwei Kombitickets zum Besuch aller drei beteiligten Museen. Macht eine Eintrittsgeld-Ersparnis von insgesamt 36 Euro.

Die Gaudls verbringen ein langes Wochenende in Trier, wo der Sohn wohnt und als Ergotherapeut arbeitet. Zu Nero wollten sie aus zwei Gründen: "Ein Arbeitskollege in Bad Kreuznach hat sie uns empfohlen. Außerdem haben wir von unserer Ferienwohnung aus einen wunderbaren Blick auf Porta Nigra und den Stadtmuseums-Eingang. Die Nero-Dekoration dort hatte uns ohnehin neugierig gemacht", sagt Klaus-Martin Gaudl. Nun steht ihm und seiner Frau ein kulturlastiges Wochenende ins Haus - einschließlich Einladung zur Nacht der Trierer Museen (Samstag, 18 bis 24 Uhr) und zum Besuch des alljährlichen Hochamtes in der Porta Nigra (19 Uhr).

Die Macher der Schau dürfen sich derweil über den großen Andrang freuen. Schließlich ist die ursprünglich anvisierte Gesamtbesucherzahl von 150 000 bereits 38 Tage vor Ausstellungsende am 16. Oktober erreicht. Nun rückt das "absolute Traumergebnis 200 000" (Landesmuseums-Chef Marcus Reuter) in greifbare Nähe. Es liegen noch Buchungen von 800 Gruppen mit durchschnittlich 20 Teilnehmern vor. Zudem steigt in den letzten Wochen erfahrungsgemäß die Anzahl von Kurzentschlossenen sprunghaft an.Extra

Beim Besuch des archäologischen Museums im antiken Korinthos (Korinth/Griechenland) stieß TV-Leser Martin Lautwein aus Trier auf eine Frauenbüste aus dem zweiten Jahrhundert n. Chr. Allerdings zeigt sich die noble Dame lediglich per neuzeitlichem Foto. Der Platz, auf dem ihre Büste sonst steht, ist leer. Ein schriftlicher Hinweis erläutert den Grund: Das antike Exponat weilt gerade im fernen Trier, wo es in der Ausstellung "Nero - Kaiser, Künstler und Tyrann" im Rheinischen Landesmuseum zu sehen ist.