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Rivalen in den eigenen Reihen

Rivalen in den eigenen Reihen

TRIER. Messepark, Arena und Europahalle konkurrieren in Trier um Besucher. Besonders im Messegeschäft herrscht derzeit raues Klima: Nach Druck von Außen hat die Arena ihre angekündigte Autoausstellung abgesagt.

Am 17. Januar gastierte die Show "Abba-Mania" in der Arena, drei Tage später gab es das "Abba-Fever" mit nahezu gleichem Inhalt aber anderer Truppe in der Europahalle. Auch die Messeparkhalle konkurriert um Konzerte. Das Heikle: Messepark und Europahalle gehören der Stadt zu 100 Prozent, an der Arena ist Trier mit 40 Prozent beteiligt. Und zumindest noch vor zwei Jahren reichten die Einnahmen sowohl von Messepark und Arena nicht aus, um die Veranstaltungsorte aus den roten Zahlen zu halten. Beide Male sprang die Stadt ein.Diskussionsbedarf am runden Tisch

Doch nicht nur auf dem Musik-Sektor stehen sich die Rivalen gegenüber. Auch beim Messegeschäft kracht es hinter den Kulissen: Noch Anfang Januar hatte der Geschäftsführer der Arena-Betreibergesellschaft, Wolfgang Esser, im TV den Einstieg der Arena ins Messegeschäft angekündigt: An drei Terminen sollten in der Großraumhalle Ausstellungen zu den Themen Auto, Immobilien und Freizeit stattfinden. Die erste Messe war für Ende April geplant. "Die Arena braucht das Messegeschäft, um dauerhaft in die schwarzen Zahlen zu geraten", sagte Esser damals. Das Vorpreschen Essers stieß nicht nur der Fördergesellschaft des Messeparks sondern auch der Handwerkskammer - Veranstalter der "Renovieren und Sanieren" im Messepark - und der ehemaligen Wirtschaftsdezernentin Christiane Horsch übel auf. Prompt wurde zum Gespräch am runden Tisch gebeten. Wenige Tage später teilte die Arena-Betreibergesellschaft per Pressemitteilung mit, dass Ende April keine Auto-Messe in der Arena stattfinden werde. "Um bessere Abstimmungen treffen zu können, haben wir davon abgesehen", sagt Arena-Projektleiter Wolf-Dietrich Weithöner. Eine Konkurrenz zur "Trierer Automobilausstellung" (TAA) im Messepark am vergangenen Wochenende war damit vorerst abgewendet. Im nächsten Jahr ist das Schonprogramm allerdings vorbei: Für Januar 2008 sei eine Automesse fest im Arena-Kalender eingebucht. Auch die TAA steht - obwohl der Besucherstrom am Wochenende dürftig war - schon fürs Frühjahr 2008 im Messepark-Kalender. "Das Rathaus hat der Arena die Automesse zugestanden, und jetzt ist die Situation eben so", kommentiert Horst Orth, Geschäftsführer der Messefördergesellschaft (MFG). Dabei klingt er nicht glücklich, sondern kämpferisch: "Wir haben Parkplätze und ein Freigelände und deshalb bei einer Auto-Ausstellung einen großen Vorteil gegenüber der Arena." Im Übrigen gehe er davon aus, dass der neue Oberbürgermeister Klaus Jensen sich bereits "Gedanken gemacht habe" über die Situation. "Ich denke, dass es da demnächst zu einem Gespräch kommt", sagt Orth. Für den September plant die Arena eine Immobilien-Messe. "Am runden Tisch haben wir abgesprochen, dass wir unser Konzept der Handwerkskammer vorlegen. Unser Schwerpunkt wird nicht das Sanieren oder Renovieren sein, sondern eher das Immobilien-Geschäft", erklärt Weithöner.