Zum letzten Mal hat  Martin Folz das beliebte offene Singen mit dem Schulchor in der Pfarrkirche Longuich geleitet.

Kultur : Bewegende Lieder zum Abschied

Zum letzten Mal hat  Martin Folz das beliebte offene Singen mit dem Schulchor in der Pfarrkirche Longuich geleitet.

Dieser Anblick würde jeden Priester freuen: In den Kirchenbänken der Longuicher Pfarrkirche rücken Erwachsene und Kinder eng zusammen, damit alle Platz finden. Dennoch müssen etliche Besucher stehen. Zum 16. Mal hatten Martin Folz, der Schulchor der Grundschule Longuich-Riol und das Moselländische Blasorchester (Leitung Markus Benk) ein Programm vorwiegend aus besinnlichen Weihnachtsliedern zusammengestellt – zum Lauschen und Mitsingen.

Und es war ein besonderer Adventsnachmittag. Bevor ein Lied von Reinhard Horn und der Klassiker „Ihr Kinderlein kommet” angestimmt wurden, trat Schulleiterin Cornelia Guillaume ans Mikrofon. „Es ist faszinierend, wie Martin Folz das macht”, sagt sie. Er könne gut mit Kindern umgehen, sei witzig, musikalisch professionell und liebe Schokolade. Kein Wunder, dass sich das bis nach Trier herumgesprochen habe, meinte Guillaume und dankte dem Chorleiter, wie so viele andere auch anlässlich seines letzten Auftritts mit dem Schulchor.  Denn Folz wird ab der nächsten Spielzeit die Chordirektion des Trierer Theaters übernehmen (der TV berichtete).

Dank richtete die Schulleiterin auch an den Förderverein der Grundschule, der es finanziell möglich gemacht hatte, dass Folz einmal in der Woche mit dem Schulchor probte.
Als krasses Kontrastprogramm charakterisierte der Dirigent, der auch Dozent für Chorarbeit am Conservatoire du Nord in Diekirch-Ettelbruck ist, das Konzert. Mal füllten die Lieder durch ihre Wucht den ganzen Kirchenraum, mal waren Töne, Gedichte und Texte besinnlich und zart. Im Programm waren auch von Folz komponierte Lieder (‚„Traumkugeln”, „Alle Kinder brauchen Wärme”).

Ob laut oder leise, die Freude der Kinder beim Singen war allgegenwärtig. Das ist es, was Folz seit Jahren in der Grundschule Longuich-Riol vermittelt. Und das offene Singen spornte auch manchen Erwachsenen an, mitzusingen oder zumindest mitzusummen.
Der freischaffende Musiker, Chorleiter und Musikpädagoge sagte, er habe schon einige Hits erlebt, die wochenlang durch die Klassenzimmer gedonnert seien. Welches Lied es dieses Jahr sei, werde sich in den kommenden Tagen zeigen. Folz hofft, dass der Schulchor fortbesteht. Am Rande des Konzerts sagte er: „Aktives Singen in der Familie gibt es leider kaum noch, man hat mehr Alexa.” Man merkte Martin Folz an, wie sehr ihn der Abschied vom Chor und den Kindern bewegte.

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