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Ein Leben für die Gewerkschaft

Franz-Josef Möllenberg, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft NGG, Uwe Hildebrandt, Vorsitzender des NGG-Landesbezirks Südwest, Christel Martin, scheidende Geschäftsführerin der NGG-Region Trier, Gregor Hess, Vorsitzender NGG- Region Trier und Martins Nachfolger Klaus Schu (von links) im Gespräch. TV-Foto: Katja Bernardy
Franz-Josef Möllenberg, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft NGG, Uwe Hildebrandt, Vorsitzender des NGG-Landesbezirks Südwest, Christel Martin, scheidende Geschäftsführerin der NGG-Region Trier, Gregor Hess, Vorsitzender NGG- Region Trier und Martins Nachfolger Klaus Schu (von links) im Gespräch. TV-Foto: Katja Bernardy
Trier. Ihre Kollegen lassen sie nur schweren Herzens gehen: Christel Martin war 26 Jahre lang Geschäftsführerin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Region Trier und geht nun in Altersteilzeit. Während des Neujahrsempfangs in der Europäischen Rechtsakademie (ERA) in Trier wurde sie verabschiedet.

Trier. "Das hier, das war mein Leben", sagt Christel Martin am Rande des Neujahrsempfangs. Rund 120 Männer und Frauen waren gekommen, um der scheidenden Geschäftsführerin vor allem eines zu sagen: danke.
Auch der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft NGG, Franz-Josef Möllenberg, hatte sich auf den Weg an die Mosel gemacht. Er skizzierte in seiner Laudatio noch einmal den beruflichen Werdegang Martins: Mit 14 machte die Greimeratherin (VG Hermeskeil) eine kaufmännische Lehre, 1975 eine Ausbildung beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Vier Jahre später wechselte sie zur Gewerkschaft NGG - und ist geblieben.
Vor rund 26 Jahren hatte "die Gewerkschafterin mit Leib und Seele" die Geschäftsführung für den Bereich Trier übernommen. Lobeshymnen zum Abschied und Zahlen bescheinigen den Erfolg. Unter der Regie Martins ist die Zahl der Trierer Mitglieder gestiegen: Zu Beginn ihrer Tätigkeit waren es knapp 3000, aktuell sind es 3753.
Auch Gregor Hess, Vorsitzender der Gewerkschaft NGG Region Trier, und Uwe Hildebrandt, Chef des NGG Landesbezirks Südwest, richteten wertschätzende Worte an die Trierer Geschäftsführerin: "Eine Kollegin, auf die man sich verlassen kann."
"Vielleicht überlegt sie es sich ja doch noch einmal", war zu hören. Christian Z. Schmitz, Geschäftsführer der DBG Region Trier, hob das ehrenamtliche Engagement von Christel Martin hervor. So war sie etwa lange Jahre Mitglied des Verwaltungsausschusses der Agentur für Arbeit in Trier.
"Wenn man Hochleistungssportler ist, muss man langsam abtrainieren", hatte Möllenberg auch gesagt und damit ins Schwarze getroffen. Im SPD-Ortsverein in ihrer Heimat, der zuliebe sie übrigens auch Stellenangebote auf Bundesebene ausschlug, hat sie schon Fuß gefasst.
In der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen macht die Frau, die für ihr besonderes berufliches und ehrenamtliches Engagement im vergangenen Jahr die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz erhalten hatte, mit. Sich für andere einzusetzen, die vielleicht weniger stark sind - das ist nun mal ihr Leben. kat